Lauthals gegen Europa


Für die Anti-Europäer auf der Insel ist klar:
Nur ein EU-Austritt bringt die Briten wirklich in die Lage, Herr der eigenen Grenzen zu sein. Die Diskussion um die Freizügigkeit in der EU beflügelt sie.
Und der britische Premier David Cameron setzt dem Populismus noch einen drauf:
Er hat noch schnell ein Gesetz erlassen, das Rumänen und Bulgaren verbietet, in den ersten drei Monaten ihres Aufenthaltes im Königreich vom britischen Sozialsystem zu profitieren.
Nun fragen sich allerdings viele, warum er den für Februar vorgesehenen Migrationsbericht nicht veröffentlichen will, sondern auf Mai nach der Europawahl verschoben hat. Passt er womöglich nicht in das Europa-Konzept, fällt er zu positiv für die Einwanderer aus?

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4 Kommentare on “Lauthals gegen Europa”

  1. Jo Dee Fostar sagt:

    Warum werden EU-Kritiker immer häufiger als Anti-Europäer bezeichnet? Das sind zwei Grundverschiedene Dinge die in einen Zusammenhang gebracht werden, die nichts mit einander zu tun haben.

    Selbst im nächsten Satz wird von einem möglichen EU Austritt geschrieben und nicht von einem Austritt aus Europa, denn das könnten die Briten nie, es sei denn die Insel triftet Richtung Amerika ab.

    Nur weil man gegen eine Institution ist, die undemokratisch die Menschen bevormundet, heißt das noch lange nicht das man gegen Europa ist, weil dann bestünde die Möglichkeit nach Asien, Australien oder Amerika zu gehen, wir sind in erster Linie Deutsche, dann Europäer und zu guter Letzt sind wir Bewohner des Planeten Erde und nicht Europäische-Union Bewohner.

    Bitte klar differenzieren, Besten Dank im Voraus.

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    • Oeconomicus sagt:

      Ihre Hinweise sind absolut berechtigt.
      Die Formulierungen entsprangen nicht meiner Feder, sondern sind der „Semantikabteilung“ des NDR zuzuordnen.

      Mir selbst ist kein EU- oder Eurokritiker persönlich bekannt, auf den der Begriff Anti-Europäer zutreffen würde.
      Dafür bin ich mit zahlreichen, wenn Sie so wollen „glühenden Europäern“ bekannt, allerdings weitestgehend im Sinne von de Gaulle’s Europa-Visionen.

      Bekanntermaßen setzte sich de Gaulle für ein «Europa der Völker und der Staaten» ein.

      Sein demokratisches Postulat war, Europa auf der Akzeptanz der Völker aufzubauen, jenseits des alleinigen Willens der politischen Führer.

      De Gaulle befürwortete diesbezügliche Volksabstimmungen:
      ( vgl. Zitat aus Pressekonferenz vom 14. 11. 1949):

      „Dieses Europa wird geboren werden, wenn die Völker in ihrem tiefsten Inneren beschließen, sich ihm anzuschließen. Es wird nicht reichen, dass die Parlamente eine Ratifizierung beschließen. Es müssen Volksabstimmungen abgehalten werden.“

      Die Kernpunkte dieser Haltung hat de Gaulle auch beibehalten, wie der Schweizer Bundesrat Hans Schaffner den Kontext seiner Unterredung mit de Gaulle am 29.8.1963 bei einer Botschafterkonferenz darlegte.
      Er zititerte de Gaulle’s Europa-Konzept so:

      „Der französische Staatschef teilt mit den Europa-Ideologen der EWG den Wunsch und das Bestreben, den europäischen Kontinent vom Objekt wieder zu einem selbstbewussten Subjekt der Weltpolitik zu machen. Weiter geht aber die Übereinstimmung nicht.
      Der General lehnt die ganze Brüsseler Integrations-Philosophie rundweg ab. Grundlage der Einigung Europas soll nicht die Abtretung nationaler Souveränitätsrechte an überstaatliche Behörden sein, sondern vielmehr die Bewahrung und Kräftigung der bestehenden Nationalstaaten. Auch er will den europäischen Zusammenschluss, aber in Form einer Allianz zwischen souveränen Regierungen. […]“

      Diese Haltung wird auch bei folgendem de-Gaulle-Zitat deutlich:

      «Jedes Volk unterscheidet sich vom anderen durch seine unvergleichliche Persönlichkeit, die unveränderlich und unumkehrbar ist. Wenn Sie wollen, dass die Nationen sich vereinigen, versuchen Sie sie nicht miteinander zu verrühren, wie man Kastanien zu einem Kastanienpüree verrührt. […] Ich glaube also, dass gegenwärtig, nicht mehr als in anderen Epochen, eine Vereinigung Europas keine Fusion der Völker sein kann, sondern dass sie aus ihrer systematischen Annäherung hervorgehen muss.“

      (Original-Quelle)

      Kommt man an der Stelle nicht zu der Erkenntnis, dass die heute sichtbaren und fühlbaren Realitäten mit de Gaulle’s Europa-Visionen nichts mehr gemein haben?

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    • Michael Thuma sagt:

      Der Begriff EU wird versucht Schritt für Schritt mit Europa gleichzusetzen. Entweder jemand ist anti-europäisch oder der/diejene ist für die EU.
      Das ist auffällig. Der EU-Gegner respektive Kritiker wurde in der ‚Kommunikation‘ zum Anti-Europäer.

      Wie korrekt bemerkt, das ist so schlüssig wie einen Nicht-Christen als Anti-Christen zu bezeichnen und ihn als den Anti-Christen hinzustellen, allein da derjenige nicht einer Glaubensgemeinschaft will angehören.

      Eines ist klar. Die EU kann nicht das Vorbild eines besseren Staates leben, gegenüber den Nationalstaaten aus denen sie sich zusammensetzt. Vorbildwirkung ist keine Alternative. Aber Forderungen in den Raum zu stellen ist einfach. Management by Objectives aus dem Gelenk schüttelnd … zeugt weder von Werten noch von Gemeinschaft, bestenfalls von der Zugehörigkeit zur Wertegemeinschaft. Denke die Betonung liegt auf hörig.

      Seit dem die EU in der breiten Öffentlichkeit wird wahrgenommen fällt ihre Beliebtheit, respektive regt sich konsequent der Widerstand. Die EU hat denke ich zu lange Ignoranz ihr gegenüber als Zustimmung interpretiert.

      Ich erinnere an große Worte die schneller als gedacht verstummten angesichts der Realität. Europa (EU oder EURO-Raum) wird bis 2010 die industrielle Vorherrschaft auf der Welt erringen und Europa vom Atlantik bis zum Ural. Gemeint war die EU ansonsten wäre die Aussage nicht spannend, denn das geographische Europa ist die Halbinsel in diesen Grenzen per Definition. Grönland hat sich schon lange verabschiedet.

      Es darf einen angesichts solch kühner Lippenbekenntnisse nicht wundern, wenn sich Widerstand regt .. Innen und Außen.
      Letztendlich haben sich die größten Rabauken der Weltgeschichte zusammengeschlossen.

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  2. Häschen sagt:

    A und B sagen. Briten haben kein Problem Menschen aufs Festland zu Dumpingpreisen zu verkaufen, respektive deren Arbeitsleistung, wenn es aber darum geht Größe zu zeigen und just jenen die Türen zu öffnen die Hilfe bei der Selbsthilfe bedürfen, da wird Zurückhaltung geübt. Frage des Profits. Mobilität, jetzt mal von echten Krisengebieten abgesehen, heißt bei den Briten – wir verkaufen Leistungen von billigen Kräften in wohlhabende Gebiete und versuchen dort mit Hilfe dieser Kräfte Preisdumping zu betreiben. Am besten diejenen sehen U.K nie. Das ist meine Erfahrung. Man soll nicht zuerst werben und sich nachher wundern.

    Habe ein Kollegen in Rumänien, der ist Softwareentwickler. Es ist eine Schande was Unternehmen aus Mitteleuropa (war im Monitor so denke ich – eine Fernsehsendung) so treiben mit Mindestlohn und Niederlassung dort. Nicht dass dort eine Niederlassung existiert und dort Leute arbeiten, sondern was passiert wenn einzelne in .de arbeiten. Hungerlohn (bezogen auf unser Preisniveau) und Auslöse (das wohl). Jeder halbwegs pfiffige Entwickler, im Sinne von geschäftstüchtig, hat eine Vertrag mit einem U.S. Mittelständer bekommt eine angemessenes U.S. like Gehalt. 25 USD oder 25 EUR abzüglich 40% (Wechselgebühr) mal 200 Stunden (das ‚Unternehmen‘). Abgabenquote nimmt sich in Rumänien und Bulgarien höchst bescheiden aus. Der Staat ist durchaus auch an Fortschritt und Wohlstand durch erarbeiten interessiert. Russland in Teilen ähnlich. Da würde der mitteleuropäische Arbeitnehmer durchaus wunderen, wie gut netto bei niedrigerem Preisniveau ein engagierter Mitarbeiter entlohnt wird. 50% Kaufkrauft in den mir bekannten Fällen mehr absolut und ein Zugewinn aus der relativen kann ruhig addiert werden im Minimum. Wie in Deutschland die alten Verträge bei den gehobenen Mittelständern am oberen Ende … so in etwa.

    Derjene hat auch Systeme laufen, bspw. Softwarelösung für Taxiunternehmen. Aber man kann sich etwas aufbauen. Es ist in Summe zwar eine Zukunftsinvestition, aber wenn man nicht just in den Gebieten arbeitet sei es Bukarest oder andere Teile in die investiert wird, von außen, wächst wenig. Wie bei uns in .at in den 70ern. Es geht teils zäh her. Es braucht einfach. Rumänen kaufen einen anderen Product-Mix.

    Bei Rumänien kommt es drauf an, woher aus dem Land jemand kommt. West und Ost sind wie Tag und Nacht. bei der älteren Generation.

    Nach Österreich kamen einige hochqualifizierte schon bald, teils auch ‚Glücksritter‘ in jungen Jahren in den 90ern. Von denen hat es jeder zu etwas gebracht.

    Somit ist die Aussage, die Leut mögen zu Hause aufbauen usw, zwar nett aber fern von so mancher Realität. Menschen sind Menschen, woher die kommen und wohin sie gehen, sollte heute kein Thema mehr sein.

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