Gibt es einen Weihnachtsmann?


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Gibt es einen Weihnachtsmann?

Francis P. Church, Autor beschäftigte sich mit seinem berühmt gewordenen Leitartikel „Gibt es einen Weihnachtsmann?“ (im englischen Original “Is There a Santa Claus?”) in der Ausgabe der New Yorker „Sun“ vom 21. September 1897 mit genau dieser Frage.

Das von Francis Pharcellus Church verfasste Editorial mit der darin gegebenen Antwort „Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann“ (im englischen Original “Yes, Virginia, there is a Santa Claus”) ist ein unauslöschbarer Teil populärer Weihnachts-Überlieferungen in den Vereinigten Staaten und andernorts geworden.

Zur Geschichte:

Im Jahr 1897 wurde Dr. Philip O’Hanlon, der Assistent eines Untersuchungsrichters („Coroner“) in Manhattans Upper West Side, von seiner acht Jahre alten Tochter Virginia gefragt, ob Santa Claus wirklich existiere.

Virginia hatte zu zweifeln begonnen, ob es einen Weihnachtsmann gebe, weil ihre Freunde ihr erklärt hatten, dass es ihn nicht gibt.

Ihr Vater antwortete ausweichend, war aber damit einverstanden, dass sie an die New York Sun schreibe, einer zu jener Zeit bedeutenden New Yorker Zeitung, ihr dabei versichernd, dass das Blatt die Wahrheit sagen würde.

Während er die Verantwortung damit los war, gab er unversehens einem Redakteur der Zeitung, Francis P. Church, eine Gelegenheit, über die einfache Frage nachzudenken und die philosophischen Sachverhalte hinter ihr anzusprechen.

Church war ein Kriegskorrespondent während des amerikanischen Bürgerkrieges, einer Zeit, die große Leiden und einen entsprechenden Mangel an Hoffnung und Glauben bei vielen in der Gesellschaft erzeugte.

Obwohl das Blatt die Antwort auf Virginias Zuschrift an siebter Stelle unter den Leitartikeln auf Seite 6 platzierte, noch unter einem Kommentar über ein eben erfundenes „kettenloses Fahrrad“, war seine Botschaft für viele Leute, die sie lasen, sehr bewegend.

Mehr als ein Jahrhundert später ist es der am meisten nachgedruckte Leitartikel überhaupt in den Zeitungen in englischer Sprache.

Einige Leute haben die Echtheit der Autorin des Briefes in Frage gestellt und Zweifel ausgedrückt, ob ein junges Mädchen wie Virginia sich auf Kinder ihres eigenen Alter als „meine kleinen Freunde“ beziehen würde.

Jedoch erschien die Originalkopie des Briefes, dessen Echtheit ein Experte beglaubigt hat.

Textübersetzung:

Die folgende Fassung ist eine am Originaltext orientierte Eindeutschung ohne die sonst in der Presse oder auf Internetseiten in deutscher Sprache üblichen Ausschmückungen.

„Mit Freude beantworten wir sofort und damit auf herausragende Weise die folgende Mitteilung und drücken gleichzeitig unsere große Befriedigung aus, dass ihre gewissenhafte Autorin zu den Freunden der Sun zählt:

Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.

Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.

Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘

Bitte sagen Sie mir die Wahrheit:
Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht.

Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters.
Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen.
Sie glauben, dass nichts sein kann, das für ihre kleinen Geister unfassbar ist.

Alle Geister, Virginia, seien sie nun von Erwachsenen oder Kindern, sind klein.
In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.

Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben.

O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe.
Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe.
Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen.

Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick.

Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben!
Du könntest ebensogut nicht an Elfen glauben!
Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen?

Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.

Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können.

Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen?
Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind.

Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte.

Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben.

Ist das alles wahr?
Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gottseidank! Er lebt, und er lebt auf ewig.

Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

Weitere Hintergundinformation aus der Quelle

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Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Vorweihnachtszeit, vielleicht werden Sie selbst als „Santa“ aktiv, beispielsweise für Hartz-IV-Kinder, für die Weihnachten mangels Masse weitestgehend ausfällt!

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herzliche Grüße

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Ihr Oeconomicus

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„de cuyo nombre no quiero acordarme“

Der Eröffnungssatz (dt. „„An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will…„) des 1. Kapitels von Miguel de Cervantes Saavedras Lebenswerk „Don Quichotte“  erlangte im spanischen Sprachraum eine gewisse Berühmtheit und wurde, wie viele andere Fragmente des Romans, zum geflügelten Wort.

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Die Wirkstätte des Romanhelden steht erneut im Mittelpunkt spanischer (und vielleicht schon bald europäischer) Aufmerksamkeit.

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Mitten in der zentralspanischen Mancha, in Ciudad Real, 230 Kilometer südlich von Madrid, spielt sich eines der tragisch-komischen Kapitel des Baubooms ab. Ein 28.000 Quadratmeter großer Flughafen wird versteigert und keiner will ihn kaufen!

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public domain, Autor: Africa Twin

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Bei dem angesetzten Versteigerungstermin für den Geisterflughafen, der ursprünglich nach der glücklosen Romanfigur bekannt werden sollte, wurde ein Minimim-Erlös von € 100 Mio aufgerufen .. erfolglos! 
Sollte sich bis zum 27. Dezember kein Bieter finden, sinkt der Preis weiter. Eine Veräußerung für einen symbolischen Preis wird nicht mehr ausgeschlossen.

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2008 eingeweiht, sollte der Flughafen eine ganze Region entwickeln. Industriegebiete, Urlaubsparadiese, Siedlungen, Golfplätze, etc. waren geplant. Doch statt der fünf Millionen Passagiere jährlich landeten gerade einmal 100.000! Bereits im Juni 2010 musste der Flughafen auf Grund von anhaltend niedrigen Passagierzahlen Insolvenz anmelden. Die Schulden zu diesem Zeitpunkt beliefen sich auf € 290 Mio.. Der Betrieb wurde 2011 schließlich eingestellt.

Bei dem Bauwerk handelte es sich um den ersten privaten Großflughafen Spaniens.

Zur Realisierung dieser Träume hatte die Landesregierung von Castilla-La Mancha (damals in Händen der Sozialisten)  alle Hindernisse bei der Genehmigung aus dem Weg geräumt. Steuerabgaben an die betroffenen Gemeinden wurden erlassen.

Wie zu hören ist, haben sich allerdings die Betreiber die Taschen reichlich gefüllt, da sie vor allem über ein breites Netzwerk von Tochterfirmen (Bauunternehmen, Dienstleister, etc.) verfügten. Nach Medienberichten sollen sie runde € 50 Mio eingestrichen haben. Leidtragende war u.a. die regionale Sparkasse, welche in der Folge ebenfalls insolvent und im Zuge der spanischen Bankenrettung saniert und zu einer Bank umgewandelt wurde.

Die nächsten Kapitel spanischer Flughafengeschichte werden vermutlich in Murcia, Lleida und Castellón geschrieben, die dortigen Geisterflughäfen stehen ebenfalls vor dem Verfall.

Nur gut, dass wir bei deutschen Fluch-Hafen-Projekten mit Wowereit/Platzeck (Berlin Brandenburg) und Bouffier (Kassel-Calden) erfahrene und besonnene Politiker haben, die mit Augenmaß und aus dem Vollen schöpfend dafür sorgen, dass wir in Täuschland auf ein geflügeltes Wort aus der Feder von Cervantes verzichten können!

Ihr Oeconomicus


Krawalle in Madrid wegen Verschärfung des Versammlungsrechtes

In Madrid ist es am Samstag nach einer Demonstration gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes zu schweren Krawallen gekommen.

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Bei den Straßenschlachten zwischen Polizei und Randalierern wurden 23 Personen verletzt. Sieben Personen wurden festgenommen.
Die zunächst friedliche Demonstration richtete sich gegen das „Gesetz zur Bürgersicherheit“. Es sieht hohe Strafen für nicht angemeldete Demonstrationen vor staatlichen Einrichtungen, wie den Parlamenten und Obersten Gerichten Spaniens oder seiner Regionen vor. Auch die Beleidigung des spanischen Staates oder seiner Regionen, seiner Symbole oder Hoheitszeichen soll künftig mit bis zu 30.000 Euro bestraft werden können.
An der Demonstration hatten sich mehr als 3.000 Menschen beteiligt.

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