„Das Ei des Tartaros“ oder der Preis für ein geschändetes Europa


Felix Vallotton „The Rape of Europa“
Bildrechte gemeinfrei

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Nach Hesiods Theogonie wird das Chaos an den Anfang gestellt.

Daraus entsteht als erste Göttergeneration die Erde Gaia, die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx.

Bezogen auf die aktuelle hellenische Krisenlage, entspringt nun eine neue Erkenntnis, welche man als „Ei des Tartaros“ bezeichnen könnte:

„Verlängerung der Hilfskredite auf 50 Jahre“

Für Sparer und Steuerzahler könnte dies Erfahrungen der besonderen Art mit Erebos und Nyx generieren, wobei aus deren Verbindung ein Produkt ungewollter Metamorphose entstehen könnte: die Verwandlung individueller Lebensleistungen in ein feuriges Epsilon-Fiasko als Preis für das geschändete Europa!

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50 Jahre, hört man so manchen sagen, sei eine lange Zeit, in welcher noch eine Menge Wasser den Evros hinunterfliessen mag.

Korrekt, aber sollte man doch einen Mathematiker fragen, wie ein Land ohne wirkliches Geschäftsmodell mit einer aktuell jährlichen Schuldentragfähigkeit von etwa € 2,6 Mrd. den bisher bekannten gigantischen Schuldenberg von € 350 Mrd. bei einer Durchschnittsverzinsung von 4% p.a. abtragen soll. Selbst wenn auf jegliche Zinserhebung verzichtete (was bei deutschen Rentnern und Versicherungskunden einen weiteren impliziten bail-in auslösen würde) ist eine solche Herausforderung weit mehr als eine Herkules-Aufgabe.

Ihr Oeconomicus

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Archiv-Beiträge:

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Positive Signale aus Griechenland

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Spannungsfelder zwischen Elysion und Tartaros

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Die drei Götter des Epsilon: Teutates, Esus und Taranis ..

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vom Verglühen des Epsilon


4 Kommentare on “„Das Ei des Tartaros“ oder der Preis für ein geschändetes Europa”

  1. […] nicht mehr beherrschbar. Die Zinslast erschlägt dann den Schuldner im wahrsten Sinne des Wortes. Wolfgang hat mich vor kurzem gebeten einen seiner Beiträge zu kommentieren. Es ging darum, wie Griechenland bei einer Wirtschaftskraft, die nicht einmal für die Zinsen […]

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  2. Roland sagt:

    Ein Mathematiker kann hier leider nicht helfen, da bei den angenommenen Rahmenbedingungen alleine für die Zinsen bereits 14 Mrd-€ jährlich anfallen. Somit kommen Jährlich zu dem Schuldenberg die Zinsen und dann deren Zinsen hinzu. Dieser Zinses-Zins-Effekt hat eine Sprengladung in sich und ist bei Mathematikern als exponentielles Wachstum bekannt. Das Böse daran ist, dass das Schuldenwachstum erst langsam steigt und dann – dank dem exponentiellen Wachstum – mit riesigem Zuwachs zuschlägt.

    Aber dieses exp.Wachstum kann andererseits sich auch positiv auswirken. Hätte Chaos als Göttervater für seine Kinder vorgesorgt und nur einen Cent angelegt. Schmeicheln wir Chaos und setzen sein Alter als 3.000 Jahre jung an und die obigen 4% Zins, so stünden nun 12.589.772.904.704.000.775.152.758.600.291.156.867.438.763.573.248,00€ zur Investition bereit!
    Es lebe der Zinseszins – solange man ihn nicht zahlen muss 😉

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    • Oeconomicus sagt:

      Besten Dank für diese Expertise.

      Hinsichtlich des Gedanken-Experiments zur 1-Cent Anlage von „Chaos“ gibt es nun endlich auch eine Alternative zum sog. „Josephs-Pfennig“.

      Leider sind beide Ideen streng mathematisch nur dann zielführend, sofern die allfälligen Währungsverwerfungen (vgl. Zarlenga „Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht“) der letzten 2-3000 Jahre ausgeblendet bleiben.

      herzliche Grüße und angenehmen Abend

      Oeconomicus

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      • Roland sagt:

        Die Mathematik verfolgt im Kern nicht den Gedanken der Zielführung, sondern den der Wahrheit. Aber rein physisch wäre es zumindest bis zur gedeckten Währung – also bis vor 40 Jahren – schwer gewesen, eine Summe (dessen Name ich zugegebener Maßen nicht aus dem EffEff kenne), sich aber grob mit 1,2*10 hoch 49 beschreiben lässt, in adäquate „Stoffe“, die der Funktion von Geld genügen, abbilden zu lassen.

        Hinweis für die betreuten Denker: alle Atome auf der Erde zusammen, ergeben nur gerade 5 mal so viel, wie obige 1,2*10 hoch 49, somit also 6*10 hoch 49.

        Gute Nacht!

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