Die Diktatoren von Damaskus


Hafis Al-Assad übernahm 1971 die Macht in Syrien. 30 Jahre später folgte ihm sein Sohn Baschar, der in London Medizin studierte, ins Amt. Die Dokumentation analysiert die Geschichte der Familie al-Assad und ihre Methoden der Machterhaltung.

Das Schicksal der Familie Assad ist eng mit dem Syriens verbunden. Als Hafis Al-Assad – der Vater des derzeitigen Präsidenten Baschar al-Assad – 1930 geboren wurde, war das Land ein französisches Protektorat. Die Assads waren arme Bauern, die den Alawiten, einer Minderheit der schiitischen Gemeinschaft, angehörten. Hafis Al-Assad war zunächst Zeuge, dann Protagonist sämtlicher Umbrüche seines Heimatlandes. Sowohl seine lange Amtszeit als auch die seines ihm auf den Präsidentenstuhl nachfolgenden Sohnes Baschar ist durch das konstante Anliegen geprägt, die Unabhängigkeit Syriens um jeden Preis zu wahren.

Welches Erbe trat Baschar al-Assad im Jahr 2000 nach dem Tod seines Vaters Hafis an?
Mit welchen Methoden hält sich die Familie Assad bis heute an der Macht?

Die Dokumentation schildert die Komplexität der syrischen Situation. Sie geht auf das aktuelle Geschehen ein, berücksichtigt aber auch die Geschichte des Landes. Dabei muss auch erörtert werden, warum sich das auf Erbfolge gestützte Regime nur noch unter Anwendung von Gewalt an der Macht halten kann. Beleuchtet wird außerdem das Wesen der unbarmherzigen syrischen Diktatur, in der Morden schon immer Teil der Politik war, die terroristische Bewegungen wie Hisbollah oder Hamas mit Geld und Waffen ausstattet und die von der Weltgemeinschaft für die Ermordung des früheren libanesischen Premierministers Rafik al-Hariri verantwortlich gemacht wird.

Thema: Wohin steuert Syrien?

In Syrien herrscht ein erbarmungsloser Bürgerkrieg. Aber nicht rivalisierende Volksgruppen bekämpfen einander, sondern die Staatsmacht geht gewaltsam gegen die aufständische Bevölkerung vor, die nach demokratischen Reformen verlangt. Mehr als 2.000 Tote hat der Konflikt bereits gefordert. Tausende Menschen sind verhaftet worden, andere befinden sich auf der Flucht. Der Themenabend untersucht die Geschehnisse und fragt, warum Syriens Präsident Baschar al-Assad auf sein eigenes Volk schießen lässt. Über 2.000 Tote haben die Auseinandersetzungen gekostet, die zwischen der aufständischen Bevölkerung Syriens und der Staatsmacht immer schärfere Formen annehmen. Zehntausende Verhaftungen wurden vorgenommen. Und eine unbekannte Zahl von Flüchtlingen hat das Land verlassen, hauptsächlich Richtung Türkei und Libanon.

In Syrien – sowohl in der Hauptstadt Damaskus, als auch in den Provinzstädten – herrscht die nackte Angst. Aber trotz der brutalen Niederschlagung der Volksaufstände bietet die Opposition dem Regime in Damaskus weiterhin entschlossen die Stirn. Sie verlangt den Rücktritt des Assad-Clans, der seine Macht mit allen Mitteln verteidigt, obwohl er wegen der brutalen Armeeeinsätze gegen die eigene Bevölkerung unter den Druck der internationalen Staatengemeinschaft geraten ist und auch von arabischen Ländern wie Saudi-Arabien kritisiert wird.

Wer ist Baschar al-Assad, dieser Präsident, der unter der eigenen Bevölkerung ein Blutbad anrichtet?

Der Themenabend zeichnet nicht nur das Porträt eines skrupellosen Despoten, sondern schildert die Hintergründe der Auseinandersetzungen und wirft einen Blick auf die Geschichte Syriens.

aus dem Archiv: „Die Syrien-Falle“


3 Kommentare on “Die Diktatoren von Damaskus”

  1. obamafriedensengel sagt:

    Was soll das denn für ein Bericht sein?
    Hat der Autor sich mal die Mühe gemacht wer die wahren Massaker an der syrischen Bevölkerung vornimmt.
    Woher stammen denn die angeblichen „Rebellen“? Das sind doch größtenteils KEINE Syrer.
    Assad steht denjenigen im Weg die eine globale Agenda verfolgen die den US $ als Leitwährung stabiliseren soll und zudem den Iran weiter einkreißt, da Syrien eine letzter Brückenkopf der Russen und des Iran ist.
    Deswegen soll er weg! Vor ca drei Jahren wurde Assad in einen Referendum sogar von der Bevölkerung bestätigt!
    Diese Doku ist harmlos wenn mal sich die Geschichte der Familien Bush, Clinton, Kissinger , Rothschild, Netanyahu, Kerry, McCain, Powell, etc. vergleicht!

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    • Oeconomicus sagt:

      Werter Kommentator,

      es war wohl kaum zu erwarten, dass sich diese ARTE-Doku mit allen Verästelungen von Machtpolitik gepaart mit blinder und verantwortungsvoller Gier auseinandersetzt.

      Die Gemenge-Lage könnte wohl kaum unübersichtlicher sein – nachfolgend dazu einige sicher unvollständige Denkansätze:

      1. Obama: er könnte seine vor einem Jahr postulierte rote-Linie-Äusserung bedauern (?) Warum sonst hat er seine Erzfeinde, die Rep’s an den Tisch geholt, die ihn sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit auflaufen lassen? Hatte er gehofft, dass ihm die Unterstützung verwehrt bleibt und er dann unter Wahrung seines Gesichtes die Vergeltungsaktion abblasen kann?

      2. Der kriegslüsterne Cameron wurde zurückgepfiffen … die sonst immer eng kooperierende Anglo-Amerikanische Achse wurde dadurch geschwächt

      3. Westerwelle/Merkel haben die Unterstützung der Bundesregierung relativiert – siehe Westerwelles Erklärung von Vilnius („.. nur mir UN-Mandat..“) … nicht auszuschließen, dass diese Haltung ab 23.September zu überprüfen sein wird.

      4. Israel’s Siedlungspolitik sowie die anstehende Gespräche mit der Hamas würden durch eine Eskalation in den Hintergrund treten

      5. Erdogan könnte seinen Einfluss auf Middle East bei einem Waffengang -auch ohne UN-Mandat- verstärken (… und damit auch Deutschland stärker in den Konflikt hineinziehen)

      6. Russland/China: Syriens Mega-Erdgas-Bonanza (geschätzt 250 Mrd. m³) sind bislang nicht angezapft! Warum wohl? – Vielleicht um die Gaspreise stabil zu halten und die dominante Position der GAZPROM nicht zu gefährden?

      7. Qatar: deren Erdgas-Interessen, insbesondere im Hinblick auf den Bau einer Erdgas-Pipeline bis Süd-Italien, könnten nach „endgültiger Destabilisierung“ der Assad-Administration leichter umgesetzt werden, da sich die neuen Ruler in Syrien einer Druchleitung nicht mehr verweigern würden (?) – Allerdings würde sich an dieser Stelle die Frage erheben, wie sich Saudi-Arabien dazu positioniert … schließlich hat man den ursprünglichen Plan Qatar’s diese Pipeline durch Saudi-Arabien zu führen, abgelehnt! (logisch, je mehr Erdgas nach Europa geliefert wird, um so wenige Erdöl wird verkauft).

      Ein Überblick über die bisherigen Ereignisse findet sich unter dem Begriff „Die Syrien-Falle“ im Archiv.
      Dabei sind zahlreiche Stimmen jenseits der sogenannten Leitmedien zu finden, was dem interessierten Leser eine breitere Grundlage für seine Einschätzungen vermitteln könnte.

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