„Halt dei Gosch un geh zum Bosch“


„Halt dei Gosch un geh zum Bosch“

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Reklameposter von 1910 der Robert Bosch GmbH mit einer Zeichnung des belgischen Rennfahrers Camille Jenatzy

Bildrechte: gemeinfrei

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Die älteren Leser aus dem Ländle werden sich an diesen gängigen Rat besorgter Väter an, was den Ausbildungswunsch unschlüssiger Kinder betraf, wehmütig erinnern. Die Motivation solcher Väter lag schlichtweg darin begründet, dass für die nächste Generation durch einen Arbeitsplatz bei einem der renommiertesten Arbeitgeber Baden-Württemberg’s die richtigen Weichen für eine gesicherte Zukunft gestellt werden sollten.
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Die Anzahl besorgter Väter dürfte aktuell eher zunehmen und deren Ratschläge in andere Richtungen gehen, wie z.B. ein vielversprechendes Neigungs-Studium und, je nach Veranlagung des Kindes, die dringende Empfehlung sich mit der zunehmend bedeutender werdenden Fremdsprache Mandarin zu beschäftigen.
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Angesichts fundamentaler Verwerfungen an den Weltmärkten und Management-Entscheidungen im Hause Bosch, über deren Weitsichtigkeit es möglicherweise Diskussions-Bedarf gibt, könnte der einst so bewährte schwäbische Satz wohl eher in Vergessenheit geraten.
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Bedingt durch die europäische Absatzkrise von PKWs haben bereits rund 1000 Bosch-Mitarbeiter mehr ungewollte Freizeit (vulgo Kurzarbeit)!
Der Chef des Hauses, Volkmar Denner räumte bereits Mitte Dezember ein, Bosch habe ein schwieriges Jahr vor sich, man sehe sich „einigen Risiken“ ausgesetzt und müsse hinsichtlich vorhandener Überkapazitäten „handeln“ (vulgo Personalabbau).
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Welchen Umfang besagte „Risiken“ im Hause Bosch mittlerweile annehmen, wird bei den vergifteten Früchten aus dem Einstig in die Solar-Industrie deutlich. Die krisengeschüttelte Solarbranche entwickelte sich für Bosch zu einem finanzieller Albtraum!
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Die von 2008 an teuer aufgebaute Sparte für die Sonnenenergie brachte dem weltgrößten Autozulieferer allein im abgelaufenen Jahr gut 1 Mrd. Euro Verlust, wie  Volkmar Denner mitteilte.
Das in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin generell unter Druck stehende gesamte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei entsprechend auf etwa 1 Mrd. Euro eingebrochen (2011 lag das Ergebnis noch bei 2,7 Mrd. Euro).
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Der Konzern kündigte an, „die Strukturen in Europa“ überprüfen zu wollen!
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Dem Vernehmen nach sollen die aktuellen Finanzreserven des Hauses (noch) bei ca. 12 Mrd. Euro liegen. Sollte die weltweit erkennbare Rezession allerdings anhalten oder sich gar verschärfen, könnte dieses Polster leicht dahinschmelzen.
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Schaut man sich die aktuellen Währungsturbulenzen an, bei welchem die Volkswirtschaft mit der höchsten Abwertung der eigenen Währung als trauriger Sieger hervorgeht, dürfte aufgrund japanischer Konkurrenz dem Hause Bosch noch zusätzlicher Wind ins Gesicht blasen.
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Wünschen wir dem Unternehmen und insbesondere den dort beschäftigten Mitarbeitern, dass die anfliegenden schwarzen Schwäne kein weiteres Unheil anrichten.
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Ihr Oeconomicus

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Nachtrag
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Milliardenverluste statt sonnige Aussichten – Steckt Bosch in der Solar-Falle?
Im Juni 2008 steigt Bosch, der weltgrößte Automobilzulieferer, als Mehrheitseigner bei der Thüringer Ersol Solar Energy AG und damit in die Solartechnik ein. Weitere Zukäufe folgen. Doch statt Wachstum und schwarzer Zahlen verbrennt die Sparte offenbar Milliarden.
Welche Optionen hat Bosch nun noch?
teleboerse

One Comment on “„Halt dei Gosch un geh zum Bosch“”

  1. Terry sagt:

    „Verantwortung schafft Vertrauen“

    „Immer habe ich nach dem Grundsatz gehandelt:
    Lieber Geld verlieren als Vertrauen.
    Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und an mein Wort standen mir stets höher als ein vorübergehender Gewinn.“

    [Robert Bosch im Jahr 1921]

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