Förderung und Vermarktung von natural Ressources in Aserbaijan

Ölförderung in Aserbaidschan
Mit der Erschließung riesiger Erdölvorkommen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Aserbaidschan (damals Teil des zaristischen Russlands) schnell zu einem weltweit bedeutenden Zentrum der Erdölindustrie mit einem Anteil von nahezu 50 % an der damaligen weltweiten Förderung.
Eine Reihe bedeutender Ölfirmen wie Shell, Rothschild, die Gebrüder Nobel und andere besaßen Unternehmen in Aserbaidschan.
Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Land erneut zu einem Brennpunkt für die weltweite Ölindustrie.
Die Regierung Aserbaidschans gestattete den größten internationalen Ölfirmen wie British Petroleum, Amoco (fusioniert mit BP), Total S.A., Elf (fusioniert mit Total), Lukoil (20% der Anteile hält der US-Ölkonzern ConocoPhillips, Stand Juni 2013)Itochu u. a., sich an der Erschließung der früher nicht zugänglichen Erdölreserven des Kaspischen Meeres zu beteiligen.

Das Land erlebt derzeit den zweiten Ölboom seiner Geschichte.
Im Rahmen von Product Sharing Agreements (PSA) konnte die Regierung von Aserbaidschan viele namhafte westliche Unternehmen für die gemeinsame Erschließung der einheimischen Erdölreserven gewinnen.
Die meisten der international bekannten Erdöl- und Erdgasunternehmen engagieren sich auch in Aserbaidschan und spielen eine wichtige Rolle am einheimischen Markt. Im Jahr 2009 erreichte Aserbaidschans Ölförderung 1.032.900 Barrel pro Tag.
Die restliche Menge der Gesamtförderung stammt hauptsächlich aus einem internationalen Konsortium.

Das Konsortium AIOC (Azerbaijan International Operating Company)
Die staatliche Ölförderung hat einen Anteil von etwa 60 % an der Gesamtfördermenge Aserbaidschans. Dieser Anteil wird mit Abschluss weiterer internationaler Förderabkommen weiter zurückgehen.

Die größte vom internationalen AIOC-Konsortium betriebene Offshore-Lagerstätte Azeri-Chirag-Gunashli (ACG) hat bestätigte Reserven von einer Milliarde Tonnen (40 bis 70 % der Gesamtvorräte Aserbaidschans).
Die Gesamtinvestition für den Vertrag liegt bei ca. US$ 15 Mrd.
In Folge der Erschließung von Erdölvorkommen in Aserbaidschan und den benachbarten Republiken wurde ein regional bedeutendes Netz von Pipelines geschaffen. Zwei wichtige Leitungen wurden Ende der 90er Jahre modernisiert; sie führen von Aserbaidschan nach Georgien (Baku-Supsa) und von Aserbaidschan nach Russland (Baku-Novorossijsk) und transportieren den Großteil des in Aserbaidschan geförderten Erdöls.
Die neue Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan (von Aserbaidschan über Georgien in die Türkei), die für über US$ 4 Mrd gebaut wurde, ist die größte Pipeline der Region. Das Projekt war eines der größten Bauvorhaben im Energiesektor weltweit.
Parallel zur Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan ist eine Erdgasleitung von Baku über Tbilisi nach Erzerum geplant. Sie soll das Erdgas aus der jüngst erschlossenen Lagerstätte Shahdeniz in die Türkei und eventuell auch weiter nach Griechenland und Südosteuropa transportieren.
Mit Erreichen der vollen Kapazität der Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) sowie der Lagerstätte Azeri-Chirag-Gunashli (ACG) steigerten sich Erdölförderung und -export rasant.
Aserbaidschans zweitgrößte Erdgasreserve wurde im November 2010 im Umid-Feld entdeckt.
Die Gasreserve beläuft sich auf 200 Milliarden Kubikmeter und ist das zweitgrößte Gasfeld seit der Unabhängigkeit des Landes. Die Tiefe des Feldes beträgt 6.500 Meter. Die Aufschlussarbeiten werden von SOCAR durchgeführt.
Nach den aktuellen Marktpreisen liegt der Gesamtwert für die Erdgasreserven bei US$ 30 bis 40 Mrd.

Der Staatliche Erdölfonds (SOFAZ)
Eine Reihe von Vereinbarungen über den gemeinsamen Abbau der Öl- und Gasvorkommenwurdenmit ausländischen Investoren im Rahmen einer Öl-Strategie durch das damalige Staatsoberhaupt Heydar Aliyev seit 1994 unterzeichnet.
Die Frage der effektiven Verwaltung der Einnahmen aus der Umsetzung dieser Übereinkommen wurde auf die Tagesordnung gesetzt.
Der Staatliche Erdölfond von Aserbaidschan (SOFAZ) wurde in Übereinstimmung mit dem Präsidentenerlass Nr. 240 vom 29.12.1999 zur Bildung solcher Zwecke gegründet.
Der Grundstein für die Philosophie besteht darin, über die Generationen hinaus gleichen Nutzen des Ölreichtums des Landes zu gewährleisten, bei gleichzeitiger Verbesserung des wirtschaftlichen Wohlergehens der heutigen Bevölkerung und Gewährleistung der wirtschaftlichen Sicherheit für künftige Generationen.
Im Oktober 2011 verzeichnete SOFAZ einen Vermögenswert von US$ 32,2 Mrd.

Die wichtigste Erdöl- und Erdgaslagerstätte Bahar am südlichen Zipfel der Halbinsel Absheron liefert derzeit etwa die Hälfte der aserbaidschanischen Erdgasförderung.
Die Lagerstätte Gunashli liefert etwa 67 % der Erdölförderung und 50 % der Erdgasförderung des Landes.
Aserbaidschan hat seine Küstenregion am Kaspischen Meer für ausländische Unternehmen geöffnet.
Der Erdöl- und Erdgassektor in Aserbaidschan ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen internationalen Unternehmen und Regierungen in Transformationsländern.
Die Politik des Landes zur Erschließung des Erdöl- und Erdgassektors durch internationale Unternehmen hat sich als sehr wirksam erwiesen. Eine ganze Reihe internationaler Dienstleistungs-, Konstruktions- und Transportunternehmen sind in Aserbaidschan erfolgreich aktiv.

Produktionsverteilungsverträge
Im Rahmen von Produktionsverteilungsverträgen, sogenannten „Production Sharing Agreements“ (PSAs), wird die Regierung Aserbaidschans durch die staatliche Ölgesellschaft (State Oil Company of the Republic of Aserbaidschan – SOCAR) als Vertragspartner vertreten, welche für die praktische Umsetzung der Politik Aserbaidschans imErdöl- und Erdgassektor zuständig ist.
SOCAR ist Vertragspartner sämtlicher bestehender PSAs zwischen der Regierung von Aserbaidschan und den internationalen Ölgesellschaften. Da keine nationale Gesetzgebung zur Regulierung des Erdöl- und Erdgassektors existiert, insbesondere bezüglich der Notwendigkeit zum Wachstum des Sektors, haben die bestehenden PSAs den rechtlichen Status von Gesetzen der Republik Aserbaidschan.
Außerdem haben die Regelungen von PSAs im Fall von Unstimmigkeiten Vorrang vor anderen „allgemeinen“ gesetzlichen Bestimmungen. 30 PSAs besitzen derzeit den Status offizieller Gesetze der Republik Aserbaidschan.

Interessant ist insbesondere die steuerliche Behandlung von Unternehmen im Rahmen von PSAs. Entsprechend der Bedeutung, welche die Regierung der Entwicklung der Energiewirtschaft in Aserbaidschan beimisst, genießen die hieran beteiligten Unternehmen erhebliche steuerliche Vergünstigungen.
Erstes Ziel der Steuerpolitik im Erdöl- und Erdgassektor ist es, sowohl einen angemessenen Gewinn aus der Förderung der Erdöl- und Erdgasvorräte des Landes zu ziehen als auch die Attraktivität der Lagerstätten in Aserbaidschan und dem zu Aserbaidschan gehörenden Teil des Kaspischen Meeres für ausländische Investoren zu erhalten.

Alle PSAs enthalten einen besonderen Passus zur Besteuerung der Aktivitäten in der Erdöl- und Erdgasförderung. Im Rahmen von PSAs (deren Regelungen in dieser Hinsicht einheitlich sind) entrichten die beteiligten Erdölgesellschaften nur eine einzige Steuer: eine jährliche prozentuale Einkommensteuer mit festemSteuersatz auf Gewinne aus demVerkauf von Erdöl und einigen anderen Quellen, die im Rahmen des PSA festgeschrieben werden.
Der anwendbare Steuersatz liegt zwischen 25 und 32 %. ImRahmen von PSAs haben die beteiligten Unternehmen keinerlei weitere laufende oder künftige Steuern aus der Erdöl- und/oder Erdgasförderung zu entrichten (mit Ausnahme der Gewinnsteuer).

Der steuerliche Gewinn (oder Verlust) der beteiligten Unternehmen im Rahmen von PSAs wird nach dem generell üblichen Verfahren ermittelt, d. h. Umsätze abzüglich steuerlich abzugsfähiger Aufwendungen.
Im Rahmen von PSAs sind in der Regel sehr viele Aufwendungen steuerlich abzugsfähig.
Die Gewinne ausländischer Zulieferunternehmen für Erdölgesellschaften (ausländischer Unterauftragnehmer) im Rahmen von PSAs werden je nach den Bestimmungen des jeweiligen PSA zu einemSatz zwischen 5 und 8 % versteuert. Diese Steuer wird nur auf Waren und Dienstleistungen erhoben, die von ausländischen Lieferanten innerhalb Aserbaidschans geliefert werden.
Weitere Steuern im Rahmen von PSAs sind durch ausländische Unterauftragnehmer nicht zu entrichten.
Sämtliche Einkäufe und Umsätze im Rahmen von PSAs sind von der Umsatzsteuer befreit. Für PSAs sind die Bestimmungen eventuell bestehender Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Aserbaidschan und den betreffenden Ländern anzuwenden, sofern dadurch die beteiligten Unternehmen im Rahmen von PSAs steuerlich besser gestellt werden.
Vertragsparteien von PSAs und deren Unterauftragnehmern (einschließlich ausländischer Unternehmen) dürfen steuer- und zollfrei alle Arten von Maschinen, Ausrüstungen, sonstigen Sachanlagen, Gütern, Arbeiten und Dienstleistungen ein- und ausführen, welche zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen von PSAs erforderlich sind.
Trotz der Effizienz des bestehenden Systems der PSAs unternimmt die Regierung Aserbaidschans weitere Anstrengungen zur Stärkung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Sektor insgesamt. Das aserbaidschanische Parlament (Milli Majlis) hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Gesetzen mit diesem Ziel verabschiedet, wie z. B. die Gesetze „über unterirdische Ressourcen“ und „über die Nutzung der Energieressourcen“.
Im Rahmen des Programms zur Modernisierung des Energiesektors in Aserbaidschan wurde durch Erlass des Präsidenten vom 06. Dezember 2004 das neue Ministerium für Industriepolitik und Energie geschaffen.
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azembassy

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Im Vatikan wird nur noch “Cash” akzeptiert

Im Vatikan wird nur noch “Cash” akzeptiert

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Im Vatikan kann nicht mehr mit Karte gezahlt werden und die Geldautomaten spucken keine Scheine mehr aus. Italienische Medien hatten berichtet, dass die italienische Zentralbank die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel seit Jahresbeginn vorläufig ausgesetzt habe. Grund für diese Maßnahme sollen Anti-Geldwäsche-Vorschriften sein, wurde vermutet.
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euronews
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Kampf gegen Geldwäsche

Italiens Zentralbank sperrt Kreditkarten im Vatikan

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Im Vatikan kann nicht mehr mit ausländischen Bank- und Kreditkarten bezahlt werden. Wie italienische Medien am Donnerstag berichteten, hat die italienische Zentralbank die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel seit Jahresbeginn vorläufig ausgesetzt.
RP-Online
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Veranstaltung im Weltethos-Institut an der Universität Tübingen am 15.01.2013

Das „Kritische Quartett“ im Weltethos-Institut an der Universität Tübingen am 15. Januar mit Max Otte und Joachim Starbatty

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Marktwert und menschlicher Wert – Welche Zukunft hat der Finanzkapitalismus?
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Mit Professor Max Otte und Professor Joachim Starbatty beziehen in der zweiten Veranstaltung der Reihe „Klüger wirtschaften“ des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen zwei bekannte Ökonomen und Querdenker Stellung zum Thema „Marktwert und menschlicher Wert – Welche Zukunft hat der Finanzkapitalismus?“
Das „Kritische Quartett diskutiert am 15. Januar 2013 um 18.15 Uhr in den Räumen des Weltethos-Instituts Tübingen, (WEIT), Hintere Grabenstr. 26, 72070 Tübingen.
Hierzu sind die Vertreter der Medien und die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch.
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Finanzkrise – Eurokrise – Sinnkrise der Wirtschaft:
Wir leben in einer Welt, in der Geldströme gigantischen Ausmaßes rund um den Globus fließen. In Bruchteilen von Sekunden können Milliarden an Werten geschaffen und vernichtet werden. Zudem versucht die Politik, mit ständig wachsenden Milliardensummen in das wirtschaftliche Geschehen einzugreifen. Aber dient das alles wirklich dem Menschen? Sind diese Summen noch reale Werte? Wie kann dafür gesorgt werden, dass diese Formen der Geldproduktion der realen Wirtschaft und damit dem wirtschaftenden Bürger nützen?
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Vielleicht ist ja die Umstellung auf eine andere Form von Wertschöpfung die Lösung. Als einen Aufruf zur Nachhaltigkeit und klügerem Wirtschaften lassen sich die Theorien von Max Otte verstehen, der in seinem Buch „Erfolgreiches Value-Investieren:
Geniale Investmentstrategien in Zeiten globaler Veränderungen“ einen „Value-Investment“- Ansatz empfiehlt und theoretisch reflektiert. Dabei argumentiert der Volkswirtschaftler pragmatisch und hat das Anlagevermögen und die finanziellen Sicherheiten aller Bürger, gerade auch der Durchschnittsverdiener im Blick. Denn, so Otte, wenn die Werte verschwinden und die Ordnungen sich auflösen, dann sind auch die Rücklagen und Vermögen in Gefahr.
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Die Thesen von Max Otte zum „Value-Investing“ werden an diesem Abend vorgestellt und kritisch gewürdigt von einem der prominentesten politischen Ökonomen und Kritiker des Krisenmanagements in der Euro-Zone: Joachim Starbatty von der Universität Tübingen.
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Beide Gäste bilden diesmal zusammen mit Professor Claus Dierksmeier und Dr. Bernd Villhauer das „Kritische Quartett“:
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Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Starbatty, von 1983 bis 2006 Professor für Volkswirtschaftslehre – insbesondere Wirtschaftspolitik – an der Universität Tübingen sowie seit 1991 Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft. Einer breiten Öffentlichkeit ist er als Eurokritiker bekannt. 2011 hat er gemeinsam mit u.a. Wilhelm Hankel Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen den Euro-Rettungsfonds eingereicht, die jedoch zurückgewiesen wurde.
Starbatty ist Gründungsmitglied der „Wahlalternative 2013“.
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Prof. Dr. Max Otte lehrt quantitative und qualitative Unternehmensanalyse und –diagnose am Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Karl-Franzens-Universität Graz. Schon lange kritisiert Otte, der die Finanzkrise als einer von wenigen bereits 2006 vorausgesehen hat, die Deregulierungen und Profitmaximierungen der Finanzmärkte. Sein Buch „Der Crash kommt“ wurde zu einem Bestseller. Eines seiner Kerngebiete ist Value-Investing.
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Prof. Dr. Claus Dierksmeier, Philosoph, und seit April 2012 Direktor des Weltethos-Instituts Tübingen.
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Dr. Bernd Villhauer, gelernter Industriekaufmann und promovierter Philosoph. Leiter des Lektorats einer wissenschaftlichen Verlagsgruppe in Tübingen.
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Kontakt
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Beata Beier
Weltethos-Institut an der Universität Tübingen (WEIT)
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Hintere Grabenstraße 26
72070 Tübingen
Telefon +49 7071 54940-37
beier[at]weltethos-institut.org
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Quelle: Uni Tübingen

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Zusammenfassung der Veranstaltung