Geschäftsmodelle für ‚Unmündige‘


Geschäftsmodelle zur Ausplünderung von ‚Unmündigen‘
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„Die Welt“ führt als erste große Nachrichten-Webseite in Deutschland eine ‚Paywall‘ ein und möchte sich so gegen die ‚Umsonst-Mentalität im Netz‘ stemmen, wie der Axel-Springer-Verlag dies so süffisant formulierte.
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Mal Hand auf’s Herz!
Erhebt sich im Zusammenhang mit solchen paywall-Modellen nicht die grundsätzliche Frage nach dem eigentlichen Nutzen politisch-korrekter Gazetten und deren Online-Angeboten?
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Erinnern Sie sich noch an ein geflügeltes Wort aus den 70er Jahren: mit der Zeitung von heute werden schon morgen tote Fische eingepackt„?
Wobei damals die Zeitung immerhin noch einen Zusatznutzen hatte … zum Anzünden der Holz- oder Kohleöfen!
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An der Stelle erhebt sich die Zusatz-Frage nach dem eigentlichen Wert gedruckter und elektronischer Nachrichten, die uns täglich von den Qualitäts-Medien um die Ohren gehauen werden. Soll sich der geneigte Leser danach richten, um sich am Ende des Tages im ‚Club betreuter Denker‘ einzureihen?
Der Club-Beitrag ist folgerichtig ein ‚Paywall‘-Abo!
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Sind die besagten Medien in Wahrheit nicht Manipulatoren der sogenannten öffentlichen Meinung, die sich als Sprachrohr volldemokratischer Eliten sowie deren ‚Gutachter‘ und ‚Experten‘ betätigen? Es ist sicher kein Fehler, gelegentlich erscheinende kritische Berichte mit Cui bono? zu hinterfragen.
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Mission accomplished! möchte man sagen, wenn man beobachtet, wie große Teile unserer Zeitgenossen das eigene Denken ‚outgesourced‘ haben.
Immanuel Kant bewertete diesen Outsourcing-Prozess als „selbstverschuldete Unmündigkeit“.
Unmündigkeit, so führte er aus, sei das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet sei diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes läge, sich seiner ohne Anleitung eines anderen zu bedienen.
Sapere aude! Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Kant’sche Wahlspruch der Aufklärung.
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Denkt man beispielsweise an die Berichterstattung zu
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  • 9/11
  • Expresszustellungen demokratischer Polit-Systeme [böse Zungen sprechen auch von Ressourcen-orientierten Angriffskriegen oder aktiver Unterstützung bei der Einhaltung von Menschenrechten]
  • Euro und Europa als großartiges Friedensprojekt [statt Verarmung der Menschen und finanziellem Scherbenhaufen]
  • u.v.m.
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so hat es den Anschein, als sei die in den Händen weniger Eigentümer konzentrierte vierte Gewalt einstiger Tage von wahrhaftiger Aufklärung oft weit entfernt.
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Aufmerksame Leser mögen den Eindruck gewinnen, dass einseitige, ja populistisch gefärbte Artikel, die sich des immer wieder gerne gewählten Machtinstruments der übertriebenen Angst-Erzeugung bedienen, bei den Qualitätsmedien Konjunktur haben.
Als anschauliches Beispiel für diese These sei das Traktat der Welt-Autoren Jörg Eigendorf/Tobias Kaiser mit der Überschrift „Gigantische Verluste bei der Rückkehr zur D-Mark“ genannt, welches ich in meinem Aufsatz „Semantische Abenteuer-WELTen“ näher untersucht habe.
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Vielleicht um beim Leser etwas Dampf abzulassen, lässt man schräge Kommentare zu, sobald aber fundierte Aussagen und bohrende Fragen zur Ausgewogenheit des Artikels gepostet werden sollen, wird dies durch die Moderation entweder verweigert oder der Kommentar-Bereich geschlossen.
Oft verleiht man kritischen Journalisten den ‚silbernen Maulkorb‚ oder entlässt sie in die Obhut kreativer Hartz-IV Berater.
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Die positive Seite dieser Entwicklung: alternative Medien und sachkundig geführte, unabhängige Blog’s, die man noch vor kurzer Zeit als Verschwörungs-Seiten verunglimpfte oder aufgrund ihrer kritischen Haltung ins politische Abseits befördern wollte, gewinnen in der öffentlichen Wahrnehmung an Interesse und das ist auch gut so!
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Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit, die ich sehr gerne mit dem Gedicht „Was keiner wagt“ von Lothar Zenetti [Textquelle], vertont von Konstantin Wecker, honorieren möchte:
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„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein.
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!“
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Ihr Oeconomicus

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