Das Rockefeller-Prinzip


Unter diesem Begriff versteht man eine Marktstrategie, bei der ein Produkt Folgekosten auslöst, über die der Produktverkäufer den Hauptteil des Gewinns macht. Kritiker beschreiben das Vorgehen als „erst geködert, dann ausgenommen“.

John D. Rockefeller wird nachgesagt, er habe die Öllampe kostenlos oder sehr günstig vermarktet, um über die unvermeidlichen Nachkäufe von Brennöl einen dauerhaften Absatz seines Öls (in Konkurrenz zu den damals üblichen Talgkerzen) sicherzustellen.

Die bewährte Strategie hat sich dauerhaft durchgesetzt und findet sich in abgewandelter Form bis in die heutige Zeit:

  • Einige Tintenstrahldrucker werden zu sehr günstigen Preisen angeboten, die mitgelieferten Tintenpatronen haben aber nur eine kleine Füllmenge. Nach Verbrauch der Tinte (oder nach Unbrauchbarkeit durch Eintrocknen) sind Nachkäufe von Tintenpatronen das gewinnbringende Geschäft.
  • Manche Mobiltelefone werden zu Preisen ab einem Euro verkauft, die dauerhafte Einnahme kommt über die Gesprächs- oder Monatsgebühr herein.
  • Bestimmte Armbanduhren bringen durch aufwändigen Batterie- und Dichtungstausch in der Herstellerwerkstatt den Gewinn über die Wartungskosten herein.
  • Einige Rasierer sind in der Erstanschaffung günstig, der dauerhafte Gewinn wird durch Austauschklingen sichergestellt.
  • Renault verkauft seine Elektroautos ohne Akku. Dieser muss separat vom Kunden geleast werden.
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Sofern dem geschätzten Leser weitere Beispiele einfallen, ist ein entsprechender Hinweis sehr willkommen.

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Ihr Oeconomicus



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