GR-Schulden sollen mit neuen Schulden aus dem EFSF finanziert werden


GR-Schulden sollen mit neuen Schulden aus dem EFSF finanziert werden
Bei der EU herrschte am Mittwochabend eine gewisse Erleichterung: Offenbar hat man einen neuen Weg gefunden, den Griechen genügend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre laufenden Schulden bei der EZB und den europäischen Banken bedienen können. Die neuen Kredite sollen nun vom EFSF kommen.
[…]
DWN
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Anmerkung
Bei diesem tollem Modell erinnert man sich an Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, der sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zog:

Bildrechte: gemeinfrei, Genehmigung: PD-old
.
In diesem Zusammenhang empfiehlt sich auch ein Blick in die vom EFSF veröffentlichten
Financial Statements, Management report and Auditor’s report per 31 Dezember 2011 [PDF – 42 Seiten].
SIE WERDEN SICH DIE AUGEN REIBEN!

Ihr Oeconomicus

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follow-up, 22.11.2012, 19:00h
Kommentar von Malte Kreutzfeldt zu Merkel’s Griechenland-Politik:
„Deutschland opfert Europa dem Wahlkampf“
TAZ

2 Kommentare on “GR-Schulden sollen mit neuen Schulden aus dem EFSF finanziert werden”

  1. Staatsverschuldung – kurz gefasst

    „Zur Funktion einer Volkswirtschaft ist es erforderlich, dass der Geldkreislauf immer geschlossen bleibt. Um dies zu gewährleisten, müssen im gleichen Umfang, in dem die Geldvermögen zunehmen, auch die Schuldenaufnahmen ausgeweitet werden. Die Geldvermögen haben sich jedoch in Deutschland seit 1950 etwa alle zehn Jahre verdoppelt und damit – in reale Größen umgerechnet – bis 2009 auf das 46-fache vermehrt, während die Wirtschaftsleistung „nur“ auf das 8-fache zugenommen hat.
    Während diese ständig wachsenden Geldvermögen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch von der Wirtschaft über Kreditaufnahmen absorbiert werden konnten, waren seit den 1970er Jahren die Staaten zunehmend gezwungen, die entstehenden Lücken durch Schuldenaufnahmen zu schließen. Da jedoch die eskalierenden Geldvermögen auch damit nicht mehr ausreichend eingebunden werden konnten, kam es zu jenen Spekulationsexzessen bei Börsen und Banken, deren Zusammenbrüche jetzt mit Steuermitteln aufgefangen werden müssen.
    Das größte Ärgernis dieser Staatsverschuldungen von inzwischen 1,8 Billionen Euro in Deutschland ist jedoch der Tatbestand, dass sie uns gar keinen Nutzen gebracht haben. Denn den Kreditausweitungen zwischen 1970 und 2009, in Höhe von 1.596 Mrd. Euro, standen in der gleichen Zeit Zinszahlungen des Staates in Höhe von 1.562 Mrd. Euro gegenüber! D. h., nutzbar für Staat und Bürger waren in diesen 39 Jahren nur jene 34 Mrd. Euro, die sich aus der Differenz zwischen Kreditaufnahmen und Zinszahlungen ergeben. – Profitiert hat also alleine jene Bürger-Minderheit, die dem Staat ihr Geld geliehen hat: Sie ist um 1.562 Mrd. Euro reicher geworden.“

    Helmut Creutz (aus HUMANE WIRTSCHAFT 02/2011 S.12)

    Eigentlich bedarf es keines weiteren Beweises, dass Politiker keine Volksvertreter sind, wobei sie nicht aus „bösem Willen“ handeln, sondern sie wissen wirklich nicht, was sie tun.

    Der „Jahrhundertökonom“ John Maynard Keynes wusste, dass eine „antizyklische staatliche Investitionspolitik“ die Katastrophe (globale Liquiditätsfalle) nur hinausschieben aber nicht verhindern kann, denn solange keine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld („carrying costs“) erhoben wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, ist der Staat niemals in der Lage, die Verschuldung wieder abzubauen. Keynes wusste aber auch, dass die „hohe Politik“ dumm genug sein würde, alle denkbaren und undenkbaren Möglichkeiten einer staatlichen Investitionspolitik auszuprobieren, bevor sie ihr Versagen eingestehen würde, denn etwas anderes kann die politische Seifenoper in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) sowieso nicht machen.

    Das einzig Sinnvolle, was Politiker tun können, ist, sich selbst überflüssig zu machen!

    Der Zins – Mythos und Wahrheit

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    • Oeconomicus sagt:

      Sehr geehrter Herr Wehmeier

      vielen Dank für Ihre Einschätzungen.

      Zu Ihrem Creutz-Zitat

      „Da jedoch die eskalierenden Geldvermögen auch damit nicht mehr ausreichend eingebunden werden konnten, kam es zu jenen Spekulationsexzessen bei Börsen und Banken, deren Zusammenbrüche jetzt mit Steuermitteln aufgefangen werden müssen.“

      einige Gedanken:

      Die erwähnten Exzesse wurden hauptsächlich durch politisch gewollte Deregulierung der Finanzindustrie ermöglicht. Durch Wegfall des bis dahin geltenden gesetzlichen Rahmens konnten die Zocker kreativ werden und die Märkte mit ihren Innovationen, wie Asset backed securities und zahlreiche Derivative beglücken.
      Die Erfindung von Special Purpose Vehicles (meist in aufsichtsfreien Gefilden angesiedelt) im Konzert mit dem Interbanken-Markt und neuen Bilanzregeln, welche im Gegensatz zum im HGB verankerten Niederstwertprinzip sogenannte fair-value-Bewertungen bilanzierter Assets zulassen waren die Grundlage der darauf folgenden Finanz-Exzesse.

      Es ist leider zu vermuten, dass die verantwortlichen Polit-Versager bis zum heutigen Tage die Tragweite ihrer Handlungen nicht begriffen haben.

      beste Grüße
      Oeconomicus

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