Italien verklagt US-Ratingagenturen

Italien verklagt US-Ratingagenturen
Italienische Staatsanwälte haben die US-Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch verklagt. Die Ermittler werfen den Unternehmen Marktmanipulationen vor und machen sie mit für die Schuldenkrise des Landes verantwortlich. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.
ManagerMagazin
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Anmerkung
Jawoll, solche Klagen sind zielführend, insbesondere zur dauerhaften Verbesserung ökonomischer Rahmenbedingungen, deren Ursachen auch in massivem Politik- und Staatsversagen zu suchen sind.
Eine solche Einschätzung aber einzuräumen, liegt jenseits der Vorstellungskraft der EUROholics. Ein Schuldiger muß aber nunmal herbeigezaubert werden .. da eignen sich doch die ‚phösen‘ Rating-Agenturen ganz prima als Sündenbock.
Es ist sicher zutreffend, diese Branche nicht als harmlose Chorknaben zu bezeichnen .. es gilt aber zu konzidieren, dass gerade deren Einfluss von Politik, Notenbanken und Aufsichtsbehörden begünstigt wurde.
Wer das Thema vertiefen möchte, könnte u.a. hier fündig werden:
‚rating‘ hat nichts mit raten zu tun (!)
Brauchst du Zeit, drucke Geld!

Ihr Oeconomicus


Studie: Bis 2025 kommt jedes zweite Auto aus Asien

Studie: Bis 2025 kommt jedes zweite Auto aus Asien
Der rasante Aufstieg Chinas verschiebt die Gewichte in der Automobilindustrie: Im Jahr 2025 wird jedes zweite Auto weltweit in Asien produziert, zeigt eine neue Studie. Europa kann seine Vormachtsstellung zumindest in einem Bereich halten.
Verkaufsrückgänge in Europa, Zuwächse den USA, abebbender Boom in China:
In der Automobilindustrie ist derzeit vieles in Bewegung. Hersteller investieren Milliarden in neue Werke in Schwellenländern und stecken hohe Summen in die Entwicklung sparsamer Motoren. Gleichzeitig bringen sie Elektroautos auf den Markt und bereiten die Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen vor – ohne zu wissen, welche Technologie sich durchsetzt.
ManagerMagazin

Japan droht die Rezession (+ update)

Japan droht die Rezession
Die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal eingebrochen. Experten rechnen nicht damit, dass sich die wirtschaftliche Lage in der drittgrössten Volkswirtschaft bis Ende Jahr verbessert. Angesichts der drohenden Rezession wächst der Druck auf die Bank of Japan.
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Nach den Worten von Notenbank-Gouverneur Masaaki Shirakawa will die Notenbank die geldpolitischen Zügel weiterhin locker lassen. Denn es sei unwahrscheinlich, dass die Binnennachfrage rascher wachsen würde, als sich die Exporte abschwächten.
Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass eine expansive Geldpolitik nicht genüge, um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. Auch die Regierung sei gefordert, die notwendigen Strukturreformen umzusetzen.
[…]
NZZ
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Anmerkung
Gut erkannt, vielleicht sollte Shirakawa dies seinen Kollegen bei EZB und FED nachdrücklich verdeutlichen.
Marc Chandler [Marc to Market] geht bei seinen Beobachtungen davon aus, dass sich die ökonomischen Rahmenbedingungen sowohl für Japan als auch für Europa weiterhin verschlechtern werden. Es ist zu befürchten, dass seine Einschätzungen -möglicherweise noch sehr viel stärker als erwartet- zutreffen könnten.

Ihr Oeconomicus

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Nachträge
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Japans Industrieproduktion sackt ab
Die Produktion der japanischen Industrie gleicht einer Achterbahn: Im Oktober überraschte sie mit einem Anstieg, im November ging es wieder bergab. Doch die Regierung gab noch weitere Konjunkturdaten bekannt.
Handelsblatt, 28.12.2012
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Japan bringt Milliarden-Konjunkturprogramm auf den Weg
Regierung will Wirtschaftswachstum um zwei Prozent sowie die Schaffung von 600.000 neuen Arbeitsplätzen erreichen
Handelsblatt, 11.01.2013
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Japan startet riskante Konjunkturrakete
Mit einem gigantischen Konjunkturpaket will die japanische Regierung die Rezession bekämpfen. Kurzfristig könnte die Milliarden-Spritze wirken. Doch auf lange Sicht brauen sich neue Gefahren zusammen.
Handelsblatt, 11.01.2013
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Japan drückt den Yen
Die japanische Regierung schwächt ihre eigene Währung weiter – nicht nur durch die expansive Geld- und Fiskalpolitik, sondern auch durch aggressive Forderung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe nach einem zweiprozentigen Inflationsziel(!)
Handelsblatt, 14.01.2012, 07:57h
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Anmerkung
Das ist in unserem besonderen Fall der Stoff, mit dem Währungs- und Handelskriege ausgelöst werden können!
Na bitte, es geht schon los! Der koreanische Won hat kräftig aufgewertet, was die koreanische Exportwirtschaft unter Druck setzt. Nun will die Bank of Korea gegensteuern. Der Währungskonflikt verschäft sich.
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Währung als Waffe
Weltweit setzen Regierungen und Notenbanken alles daran, die eigene Währung zu schwächen. Der Abwertungswettlauf ist längst im Gange, er könnte dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen. Am Ende gibt es nur Verlierer.
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank:
„Früher wurden Wechselkurse maßgeblich durch Zinserwartungen beeinflusst. Heute sind die Zinsen in vielen Industrieländern praktisch bei null. Jetzt treiben die Notenbanken das Spiel weiter, indem sie durch ihre sehr expansive Geldpolitik Liquidität auf den Markt werfen.“
Handelsblatt, 14.01.2013, 10:30h

Athen: Parlament billigt Sparhaushalt

Athen: Parlament billigt Sparhaushalt
Erleichterung für Ministerpräsident Antonis Samaras:
Das griechische Parlament hat in der Nacht zum Montag den Haushalt für das Jahr 2013 mit komfortabler Mehrheit gebilligt. Für den Entwurf votierten 167 Abgeordnete, 128 stimmten dagegen. Vier Parlamentarier enthielten sich der Stimme, einer war abwesend, wie Parlamentspräsident Evangelos Meimarakis nach der Abstimmung mitteilte. „Mit großer Einigkeit wurde der zweite entscheidende Schritt getan“, sagte Ministerpräsident Samaras.
Vorrangig sei jetzt Wachstum zu erzielen.
[..]
Gegen das jüngste Milliarden-Sparpaket und den Staatshaushalt 2013 hatten am Abend rund 10.000 Menschen vor dem Parlament in Athen demonstriert. Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei war aus Furcht vor Ausschreitungen mit starken Einheiten präsent.
Der griechische Oppositionsführer Alexis Tsipras ritt während der Haushaltsdebatte harte Attacken gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die deutsche Kanzlerin wolle ein Europa nach ihren Vorstellungen und Griechenland in eine Art Kolonie verwandeln, sagte der Vorsitzende des oppositionellen Linksbündnisses (Syriza) in der Debatte. Ministerpräsident Samaras sei ein „braver Schüler dieser Politik“.
[…]
(Die Presse)
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noch ein Schmankerl am Rande:
Parlaments-Angestellte attackieren Parlamentarier
Weil auch die Parlaments-Angestellten in Athen sparen sollen, versuchten sie am Sonntag kurzerhand, den Abgeordneten den Strom abzudrehen. Die Polizei stellte sicher, dass die geplante Abstimmung durchgeführt werden konnte.
DWN
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Anmerkung
Samaras Priorität „Vorrangig sei jetzt Wachstum zu erzielen“ ist bereits in Erfüllung gegangen. Das Wachstum steht auf dem Syntagma-Platz und in den Haushalten verarmter Hellenen und nimmt stetig zu .. Sie haben es längst erkannt .. die Rede ist vom Wachstum der Wut seitens der Bevölkerung!

Ihr Oeconomicus