Deutsche Wirtschaftsweise sollen Reformprogramm für Frankreich ausarbeiten

Deutsche Wirtschaftsweise sollen Reformprogramm für Frankreich ausarbeiten
Frankreichs Wirtschaft steckt fest. Nun macht Finanzminister Schäuble einen ungewöhnlichen Vorschlag:
Deutsche Experten sollen Reformen für Paris entwerfen.
Der Schritt ist ungewöhnlich, weil sich der vor 49 Jahren gegründete Rat bislang nicht um die Politik anderer Länder gekümmert hat. Dass er es nun doch tun soll zeigt, wie groß in Berlin die Sorge um den Zustand der französischen Wirtschaft ist.
DIE ZEIT
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Anmerkung
Ich habe es schon lange aufgegeben, mich über Denkstrukturen, Anstandsgefühl oder Charaktereigenschaften gewisser Menschen zu wundern. Was hier wohlwollend als ungewöhnlicher Vorschlag postuliert wird, ist nach meinem Dafürhalten schlichtweg eine Provokation! Diplomatisch ausgedrückt bedeutet dies die Einmischung in innere Angelegenheiten eines souveränen Staates.

Ihr Oeconomicus

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follow-up, 09.11.2012, 23:15h
Wirtschaftsweise: Nicht Spanien, sondern Frankreich größtes Sorgenkind der EU!
Gerade noch hatten wir uns sehr schwer daran gewöhnt, dass nach Portugal und Griechenland nun Spanien als größter Problemfall der EU genannt worden ist, da wird schon “eine neue Sau durch’s Dorf getrieben”, nämlich Frankreich!
Dies wäre in der Tat der Super-Gau für die Flickschusterei, mit der die Euro-Länder ihre Finanz-, Banken-, Systemkrise unter deutscher Führung zu bewältigen suchen.
[…]
almabus blog
FAZ
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follow-up, 11.11.2012
Mißtrauen: Schäuble will Gutachten über Lage Frankreichs
In Frankreich droht auch im vierten Quartal ein Abschwung. Alle Indikatoren zeigen nach unten. Nun will Wolfgang Schäuble die Franzosen kontrollieren – vorerst nur mit einem Gutachten.
Deutsche Mittelstands Nachrichten

EU will nicht zahlen: Griechenland ist kommende Woche pleite

EU will nicht zahlen: Griechenland ist kommende Woche pleite
Trotz beschlossenem neuen Sparpaket gibt es vor Ende November kein Geld für Griechenland. Hinter den Kulissen streiten die EU und der IWF über einen Schuldenschnitt:
Vermutlich wird die EU nachgeben – und die europäischen Steuerzahler werden einige Milliarden verlieren. Die EZB bangt schon mal um 5 Milliarden Euro.
Deutsche Mittelstands Nachrichten

„Es wird noch mal richtig krachen“

Jens Ehrhardt im Interview:
„Es wird noch mal richtig krachen“
Dr. Jens Ehrhardt gehört zu Deutschlands populärsten Vermögensverwaltern. Im FTD-Interview erklärt er, wieso er seine Goldposition hält, was gegen Immobilien spricht und warum eine große Inflation droht.
FTD

Französische Notenbank prognostiziert Rezession

Französische Notenbank prognostiziert Rezession

Haupteingang der Banque de France

Bildrechte: Creative Commons, Urheber: Adrienne93
Die französische Notenbank glaubt, dass das Land noch im vierten Quartal in die Rezession rutschen wird. Laut Regierung und EU-Kommission soll es 2013 aber wieder Wachstum geben.
Welt-Online
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Anmerkung
Die Makro-Ökonomen der BdF wissen, wovon sie reden. Hingegen ist klar, dass die Weltmeister im Verdrängen ökonomischer Gesetze auf Wachstum setzen. Wären da nicht die Zweifel an den intellektuellen Fähigkeiten solcher EUROholics, könnte man eine Lernkurve empfehlen:
Eugen von Böhm-Bawerk: „MACHT ODER ÖKONOMISCHES GESETZ?“

Ihr Oeconomicus


Iberia streicht 4500 Stellen

Schrumpfkur: Iberia streicht 4500 Stellen
Die Spanien-Krise trifft auch die größte Fluggesellschaft des Landes hart: Iberia kündigt einschneidende Sparmaßnahmen an. So sollen Stellen gestrichen und die Flotte verkleinert werden. Zudem stehen Lohnkürzungen an.
ManagerMagazin

Griechenland: Jugendarbeitslosigkeit bei 58%

Griechenland: Jugendarbeitslosigkeit bei 58 Prozent
Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Griechenland auf 58 Prozent gestiegen. Insgesamt beträgt die Rate 25,4 Prozent. Derzeit verlieren in dem kleinen Land mit nur 10 Millionen Einwohnern durchschnittlich etwa 1’000 Menschen pro Tag ihre Arbeit.
Die neuesten Daten des griechischen Statistikamts ELSTAT können einen wirklich umhauen:
Satte 58 Prozent aller Jugendlichen in dem kleinen Land haben keinerlei Beschäftigung. Von der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung haben 25,4 Prozent keinen Job. Im Vormonat betrug die Arbeitslosenrate 24,8 Prozent, im Vorjahresmonat 18,4 Prozent. Dazu muss zusätzlich erwähnt werden, dass sich die Zahlen auf den August beziehen, an dem traditionell viel mehr Menschen saisonale Jobs in der Tourismusbranche haben.
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Gegenfrage

Wer will denn schon Kredit?

Wer will denn schon Kredit?
Die Zentralbanken vergeben unbegrenzte Liquidität zu unbekannt niedrigen Zinsen. Alle Hoffnung setzt man darauf, die „Konjunktur anzukurbeln“. Die Banken müssten nur genug Geld verleihen, dann ziehe sich die wirtschaftliche Entwicklung schon am eigenen Schopfe aus dem Sumpf lautet das Mantra. Dummerweise ignorieren die Geldjünger die zweite Seite der Gleichung:
Die Nachfrage…
Nicht nur Güter werden nachgefragt. Auch bei Krediten gibt es Angebot und Nachfrage. Die Hoffnung auf die Steuerbarkeit der Wirtschaft und die Stellschrauben Zins und Anleihenkäufe wird in der Eurozone enttäuscht. Auch alle martialischen Worte, von denen die unbegrenzte Bereitstellung von Liquidität eskortiert wird, helfen nicht.
Eine der Ursachen dieses Scheiterns ist die Verwechslung von Liquiditäts- und Solvenzkrisen. Ein Mangel an Eigenkapital lässt sich nicht mit Fremdkapital ausgleichen. Als heikel erweist sich zudem der Trugschluss, man müsse nur genug Kredite bereitstellen, dann werde schon jemand investieren. Das ist Irrsinn, denn niemand wird ein unrentables Projekt allein deshalb durchführen, weil der notwendige Kredit billig ist.
[…]
Bankhaus Rott + Frank Meyer
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Anmerkung
Niedrige Zinsen begünstigen das Investitionsklima, allerdings erreicht man mit geldpolitischen Maßnahmen nicht viel. Der frühere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller hat dies mal sehr plastisch ausgedrückt, indem ein englisches Sprichwort bemühte:
„Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie selbst.“
Letztendlich müssen die Unternehmer investieren. Die Banken können nur Liquidität zur Verfügung stellen, aber sie sind keine Investoren.
Schaut man sich den Bank lending survey (III.Quartal 2012) der EZB an, bei der 130 Institute befragt wurden, stellt man fest, dass die Kreditvergaben im Euroraum -einhergehend mit einer Verschärfung der Kreditstandards- gewaltig eingebrochen sind.
Nach Erkenntnissen der Bundesbank, ist in Deutschland ebenfalls ein deutlicher Rückgang der Kreditnachfrage bei Unternehmen zu verzeichnen.
So hat sich im III.Quartal 2012 die Kreditnachfrage europäischer Unternehmen um 28% verringert, die Nachfrage nach Verbraucherdarlehen reduzierte sich um 22%. Konsumentenkrediten nahmen im dritten Quartal 2012 erstmalig seit 2011 um 6% zu.
Die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten stieg in den letzten 3 Quartalen um etwa 28%
… ein überdeutliches Signal für die Blasenbildung im Immobilienbereich.

Ihr Oeconomicus