Inflation – ewige Versuchung für den Staat

STAATSSCHULDEN
Inflation – ewige Versuchung für den Staat
Der Staat braucht Geld. Die Notenbank druckt es. Das Geld wird dann weniger wert, je mehr davon im Umlauf ist. Es entsteht Inflation. „Das schlimmste Beispiel für Inflation ist die Weimarer Republik im Deutschland der 1920er Jahre“, sagt Michael Bordo von der Rutgers Universität aus Kanada. Die Weimarer Republik bediente sich damals der Notenpresse, um die Kriegsreparationen zu bezahlen. Das Ganze endete in einer Hyperinflation. Andere Länder hatten etwas mehr Glück beim Spiel mit der Inflation. So gelang es vor allem den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, durch eine Mischung aus starkem Wachstum und höherer Inflation die Verschuldung von 120 auf 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken.
Deutsche Welle
dazu
Kritik der marktwirtschaftlichen Ideologie – B. Inflation und Staat – Prof. Bernd Senf – PDF [12 Seiten]

Geldpolitik der Notenbanken

Geldpolitik der Notenbanken
Ist das wirklich keine Staatsfinanzierung?
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«Handeln ist Silber, nichts tun ist Gold», könnte man in Abwandlung eines Sprichworts mit Blick auf die führenden Notenbanken fordern.
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Am Donnerstag taten die Bank of England und die Europäische Zentralbank (EZB) immerhin für einmal nichts hinsichtlich exzessiv expansiver Geldpolitik. Im Rahmen dieser Politik, die offenbar weitherum von «Währungshütern» kaum infrage gestellt wird, haben die Notenbanken in großem Stil auch Staatsanleihen ihrer Heimatregion unter dem Deckmantel der Krisenbekämpfung gekauft, obwohl die Finanzierung von Staaten nicht ihre Aufgabe oder ihnen sogar explizit verboten ist.

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Am hemmungslosesten ist zurzeit die Bank of England. Sie wird bald britische Gilts über 375 Mrd. £ besitzen. Dies entspricht gut einem Drittel der Staatsschulden und rund 80% der Netto-Neuverschuldung der letzten drei Jahre.

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Michael Rasch, NZZ
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Anmerkung
Indirekt hat Andrew Bosomworth [PIMCO] diese Fragen beantwortet:

 

„Ohne die Hilfe der EZB wäre der Euro-Raum schon auseinandergebrochen. Die Zentralbank kann jedoch langfristig nichts für die Solvenz eines Landes tun, sie kann nur Zeit kaufen und die Refinanzierungskosten kurzfristig senken.“
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Ihr Oeconomicus