Libyer graben die Wüste um

Libyer graben die Wüste um

Berichte einer libanesischen Tageszeitung sorgen für helle Aufregung in Libyen. Demnach soll der getötete Ex-Diktator Gaddafi einen Goldschatz im Wüstensand vergraben haben. Den Goldvorrat habe er Anfang der 90er Jahre anlegen lassen. Nur wenige wüssten, wo sich das Versteck befinde. Inoffiziell sucht Tripolis bereits nach dem Schatz.

N-TV

by the way
Wie die italienische Tageszeitung CORRIERE DELLA SERA in einem Bericht vom 29. September verlautbarte, soll Gaddafi von einem französischen Agenten erschossen worden sein. Der Agent soll als Kämpfer der Revolutionsbrigaden getarnt, den ehemaligen libyschen Staatschef per Kopfschuss liquidiert haben. Der Artikel erinnert auch daran, dass Gaddafi, nachdem Frankreich sich aktiv an Militäraktionen beteiligte, gedroht hatte, Fakten bezüglich der Wahlkampfspenden für Sarkozy auf den Tisch zu legen. Kommentar einiger Diplomaten in Tripolis: Sarkozy hatte allen Grund, Gaddafi vorzeitig zum Schweigen zu bringen.

Ihr Oeconomicus


Das Wirtschaftswunder kommt ins Stocken


Port Louis, the capital city of Mauritius
CC – Author: Peter Kuchar (pkuchar)
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Das Wirtschaftswunder kommt ins Stocken
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Die Entwicklung von Mauritius gilt als Erfolgsgeschichte. Die Insel hat sich in den vergangenen 40 Jahren vom Zuckerexporteur zur aufstrebenden Volkswirtschaft gemausert.
Um diesen Erfolg nicht aufs Spiel zu setzen, muss der Übergang zum Technologiestandort gelingen. Und die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen dürfen sich nicht weiter verstärken.
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Der Wirtschaftsaufschwung war die Folge einer pragmatischen Regierungspolitik. Sie nutzte die hohe Zahl billiger Arbeitskräfte, die Verbindungen zwischen Indien und China und ihren Einwanderergemeinschaften in Mauritius sowie den bevorzugten Zugang zu westlichen Märkten, um die wirtschaftliche Basis zu verbreitern. 1970 richtete die mauritische Regierung eine Exportproduktionszone (EPZ) ein. Sie bot Steuervorteile für Firmen, die Güter für die Ausfuhr herstellen, und die zollfreie Einfuhr von Rohstoffen. Außerdem waren dort weniger strenge Arbeitsrichtlinien und sehr geringe Löhne erlaubt. Das lockte Investoren an, vor allem aus Hongkong und China. Die Textil- und Bekleidungsindustrie der Insel boomte, in der überwiegend mauritische Frauen für die Hälfte des Lohns ihrer Kolleginnen auf den Zuckerrohrplantagen arbeiteten. Das Lomé-Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) von 1975 gewährte mauritischem Zucker bevorzugten Zugang zu europäischen Märkten, und die Textil- und Bekleidungsindustrie wuchs dank Handelsvorteilen im Rahmen des Multifaserabkommens.

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Die Entwicklung einer Fertigungsindustrie war zwar entscheidend, aber Mauritius verdankte seinen Aufstieg auch der Fähigkeit, im Lauf der Jahrzehnte richtig auf Schocks in der Weltwirtschaft zu reagieren und sich auf künftige Anforderungen einzustellen. Die Regierungen konzentrierten sich stets auf das Exportwachstum, sie achteten darauf, dass die mauritische Rupie nicht überbewertet wurde, und setzten alles daran, günstige Rahmenbedingungen für ausländische Investoren aufrechtzuerhalten. In der Erkenntnis, dass die wertvollste Ressource der Insel ihre Bevölkerung ist, investierten sie zudem in einen umfassenden Sozialstaat, der soziale Sicherheitsnetze, ein kostenloses Gesundheitswesen und kostenlose Bildung bis hin zur Universität bietet.

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In den späten 1980ern schuf die Regierung Anreize, um Investitionen im Bankgeschäft und in Finanzdienstleistungen, in der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie im Luxustourismus zu fördern. Mauritius hat sich zum regionalen Zentrum für Offshore-Banking und Finanzdienstleistungen entwickelt und ist bei wohlhabenden europäischen Urlaubern, vor allem aus Großbritannien und Frankreich, zum Markenzeichen für tropische Strände und Luxushotels geworden.

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Hinter diesen Erfolgen stehen effiziente und offene Institutionen, eine sozialdemokratische Gesinnung, Gewaltenteilung und die Achtung des Privateigentums. Entwickelt hat sich all das seit der Unabhängigkeit 1968. Die frühere Kolonialmacht Großbritannien und der erste Premierminister des Landes, Seewoosagur Ramgoolam, führten Verfahren, Bedingungen und Regeln ein, die seitdem das politische Handeln bestimmen. Das Wahlsystem fördert die Konsensbildung und garantiert, dass alle ethnischen Gruppen vertreten sind. Mauritius hat schon lange eine lebendige Opposition und selbstbewusste Medien. Robuste Verfassungsgrundsätze schützen alle Bürger, die Korruption ist zumindest im afrikanischen Vergleich niedrig, und es ist einfach, ein Unternehmen zu gründen.
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James Wan – weit-sichten – (Aus dem Englischen von Elisabeth Steinweg-Fleckner)


BÖRSENAUSBLICK: Rally droht ein abruptes Ende

BÖRSENAUSBLICK: Rally droht ein abruptes Ende

Nach der Euphorie der vergangenen Wochen rechnen Analysten in zum Start in das vierte Quartal mit leichten Kursrückgängen. Die Handelswoche ist mit zahlreichen Notenbankterminen gespickt – doch die Erwartungen sind niedrig.

ManagerMagazin


Franzosen protestieren gegen Sparkurs

Franzosen protestieren gegen Sparkurs

Nieder mit dem Rotstift. In Paris demonstrieren zehntausende Anhänger der Linksfront gegen die Sparpolitik der Regierung in Paris. Der Protest richtet sich vor allem gegen die geplante Ratifizierung des EU-Fiskalpakts.
„Dies ist der Tag, an dem das französische Volk gegen die Sparpolitik aufbegehrt“,
sagte der Co-Vorsitzende des linken Parteienbündnisses, Jean-Luc Mélenchon. Die Pariser Kundgebung sei nur der Auftakt für weitere Proteste.
Nach Angaben der Linksfront haben mehr als 60 Organisationen zu der Kundgebung aufgerufen. Die Veranstalter berichteten von 50.000 Teilnehmern. Die Linksfront steht politisch links von den regierenden Sozialisten. Mélenchon hatte bei der Präsidentenwahl im Mai rund elf Prozent der Stimmen erzielt.

Deutsche Welle — ((Die Presse.com))

Anmerkung
Die von der Hollande-Administration geplante Ratifizierung des Fiskalpakts steht für kommenden Dienstag in der Nationalversammlung an. Wie von Beteiligten an den Demo’s in Paris und Lyon zu hören war, formiert sich in der französischen Gesellschaft die Formel „Frankreich oder EU“. Dazu wird der Ruf nach einem Referendum in Frankreich zunehmend lauter. Bislang scheinen diese Informationen in den Redaktionen unserer Qualitätsmedien noch nicht so recht angekommen zu sein (!)

Ihr Oeconomicus


Griechenland braucht noch jahrelang Hilfe

Griechenland braucht noch jahrelang Hilfe

Die schwierige Lage in Griechenland ist schon Teil des Bundestagswahlkampfs: SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück mahnt zur Nachsicht gegenüber Athen. Die „Troika“ setzt indes ihre Kontrollen fort.
Athen werde sich in den kommenden sieben bis acht Jahren nicht selbst Geld leihen können.
„So lange werden wir helfen müssen“,
sagte Steinbrück.
Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Deutschen „endlich die Wahrheit zu sagen“. Ein Euro-Austritt der Griechen müsse verhindert werden.
„Die politischen und ökonomischen Erschütterungen wären verheerend“, sagte der frühere deutsche Finanzminister.

N24SpOn

Anmerkung
Wie alle EUROholics vermeidet der vermeintliche Finanzexperte und designierte Herausforderer der Kanzlerin, die behaupteten ‚politischen und ökonomischen Erschütterungen‘ ganz konkret zu benennen.

Ihr Oeconomicus


Was tun, wenn der „Leuro“ kommt?

Was tun, wenn der „Leuro“ kommt?

Kehrtwende in der Geldpolitik: Mit den in Aussicht gestellten Anleihekäufen verabschiedet sich die Europäische Zentralbank vom Hartwährungsprinzip. Das weckt Erinnerungen an die massive Abwertung der italienischen Lira. Wird aus dem Euro ein „Leuro“?
ManagerMagazin

Troika-Vertreter streiten über richtige Richtung

Troika-Vertreter streiten über richtige Richtung

Von der Entscheidung der Troika hängt das Wohl und Weh Griechenlands ab. Der Bericht soll noch im Oktober vorgestellt werden. Was aber, wenn die Vertreter keine gemeinsame Empfehlung finden?
Yannis Stournaras, Griechenlands Finanzminister, verlor die Contenance. Er wurde sogar laut, zum ersten Mal, wie Menschen berichten, die ihn kennen und von dem Vorfall in der vergangenen Woche wissen.
„Wollen Sie wirklich die Regierung stürzen?“, blaffte er seinen Gesprächspartner an. Sogar Stournaras’ Rücktrittsdrohung stand im Raum. Poul Thomsen aber, Troika-Mitglied und Chefinspektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), war unbeeindruckt: Ob die Koalition in Athen halte, sei nicht sein Problem, habe er gesagt. Der IWF-Mann verlangt weitere Kürzungen bei Renten und Beamtenbezügen, über die schon zugestandenen fünf Milliarden Euro hinaus.

Welt-online

dazu
Kommentar von Christian Rickens: „Troikas taugen nichts!“