Deutsche misstrauen EZB-Chef Draghi

Deutsche misstrauen EZB-Chef Draghi

Vertrauen ist eines der höchsten Güter der Zentralbank. Doch das bringen viele Deutsche dem Chef der Europäischen Zentralbank nicht mehr entgegen, zeigt eine Umfrage. Offenbar misstraut ein großer Teil der größten Bevölkerungsgruppe Europas dem EZB-Chef tief.

ManagerMagazin


Rechtsextreme im Aufwind

Rechtsextreme im Aufwind

Die rechtsextreme griechische Partei Goldene Morgenröte hat seit ihrem Einzug ins Parlament deutlich an Zuspruch gewonnen. Wenn jetzt Wahlen wären, könnte sie drittstärkste Partei werden, ergab eine veröffentlichte Umfrage in dem krisengeplagten Land. Nach der Befragung für die Zeitung „To Pontiki“ hätten die Rechtsextremisten die einst mächtigen Sozialdemokraten der Pasok überholt.
Für die Goldene Morgenröte registrierte das Umfrageinstitut Pulse einen Zuspruch von 10,5 Prozent. Das ist ein Plus von fast vier Prozentpunkten seit dem Einzug der Rechtsextremisten ins Parlament im Juni. Die Partei verfolgt eine aggressiv ausländerfeindliche Politik, die sich vor allem gegen die Emigranten im Land richtet. Ihre Propaganda wird auch für den Anstieg der gewaltsamen Übergriffe auf Ausländer in Griechenland verantwortlich gemacht. Angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise und einer steigenden Kriminalität in Griechenland fallen die Parolen der Rechtsextremisten offenkundig auf immer fruchtbareren Boden.

N-TV

Anmerkung
Ich kann weder die Verwunderung noch die Besorgnis nachvollziehen. Wer eine solche Politik – quasi am Nasenring der Troika – zu Lasten der Bevölkerung betreibt, muss schon fast zwangsläufig mit solchen Reaktionen rechnen. Diese Entwicklung dürfte erst der Anfang sein und ähnliche Beispiele auch in anderen Ländern könnten folgen. In zahlreichen Regionen Spanien’s grummelt die Volksseele und in Südtirol zeichnet sich zunehmend eine Sezessionsbewegung ab.

Ihr Oeconomicus


Die EZB sprengt ihr Mandat

Die EZB sprengt ihr Mandat

Mario Draghi will Anleihen von Krisenstaaten aufkaufen, um ein Zerbrechen der Euro-Zone zu verhindern. Damit entmachtet der EZB-Präsident nicht nur die nationalen Regierungen, sondern auch das Bundesverfassungsgericht.
Kommentar von Prof. Clemens Fuest im Handelsblatt

Monti demonstriert Zuversicht

Monti demonstriert Zuversicht

Italiens Ministerpräsident Monti hat am Mittwoch erklärt, er erwarte einen baldigen Aufschwung. Gleichentags eröffnete er einen neuen Gesprächsreigen mit den Sozialpartnern, die sich laut Monti um eine höhere Produktivität kümmern müssen.
Während der Arbeitgeberpräsident Squinzi am Montag warnend auf die Gefahr eines sozialpolitisch heissen Herbstes hinwies und die Gewerkschaftsführerin Camusso in der Tat mit einem Generalstreik drohte, versuchte Monti Zuversicht zu verbreiten. In einem Interview erklärte er, er rechne mit einem baldigen Aufschwung und sei sicher, dass Italien nicht mehr im Strudel der Finanzkrise unterzugehen drohe. Monti untermauerte seine Zuversicht aber nicht mit Zahlen:
«Die Erholung sieht man nicht in den Zahlen, doch sie ist in Reichweite.»

NZZ

Anmerkung
Ich weiß nicht wovon dieser Mann nachts träumt .. und vielleicht ist das auch gut so!
Immerhin räumt er ein, dass die vermeintliche Erholung nicht an Zahlen festzumachen ist. Er wäre sehr gut beraten, sich die volkswirtschaftlich relevanten Eckdaten Italiens sehr genau anzusehen und ggfls. von Profis erklären zu lassen. Solche Erkenntnisse könnten seine nächtlichen Träume allerdings verändern!
Hierzu einige kleine Hilfestellungen:
WORLD ECONOMIC FORUM
Kluft in der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit weitet sich aus – Schweiz, Singapur und Finnland 2012 an der Spitze der Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit
  • Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Länder entwickelt sich stärker auseinander
  • Die USA bleiben trotz Abstieg im Gesamtranking weltweiter Innovationsmotor
  • Die Volksrepublik China ist unter den großen Schwellenländern am wettbewerbsfähigsten; Trend bei Indien und Russland zeigt nach unten
  • Laden Sie den vollständigen Bericht mit Profilen zu 144 Volkswirtschaften, Highlights, Ranking und mehr hier herunter
  • Sehen Sie sich die Videointerviews zu den Erkenntnissen des Berichts an
„Genf, 5. September 2012: Das vierte Jahr in Folge führt die Schweiz die Gesamtbewertung im heute vom World Economic Forum veröffentlichten Global Competitiveness Report 2012-2013 an. Singapur bleibt an zweiter Position, gefolgt von Finnland, das nun vor Schweden (4. Platz) liegt. Diese sowie andere nord- und westeuropäische Länder dominieren die Top 10 mit den Niederlanden an 5., Deutschland an 6. und dem Vereinigten Königreich an 8. Stelle. Die Vereinigten Staaten an 7., Hongkong an 9. und Japan an 10. Stelle vervollständigen die Rangliste der 10 wettbewerbsstärksten Volkswirtschaften“
weiter ..
The Global Competitiveness Report 2012–2013
Eine spannende und höchst erkenntnisreiche Studie (auch) für die volkswirtschaftlichen Abteilungen aller EUROholics-Institutionen, wie ich finde (!)
PDF, englisch – [545 Seiten]
Auszug
Table 3: The Global Competitiveness Index 2012–2013 rankings and 2011–2012 comparisons
Italy Government Debt To GDP
Italy recorded a Government Debt to GDP of 120.10 percent of the country’s Gross Domestic Product in 2011. Historically, from 1988 until 2011, Italy Government Debt To GDP averaged 109.0300 Percent reaching an all time high of 121.8000 Percent in December of 1994 and a record low of 90.5000 Percent in December of 1988. Generally, Government debt as a percent of GDP is used by investors to measure a country ability to make future payments on its debt, thus affecting the country borrowing costs and government bond yields. This page includes a chart with historical data for Italy Government Debt To GDP.
Italy Government Debt To GDP
Government Debt to GDP
Government debt as a percent of GDP, also known as debt-to-GDP ratio, is the amount of national debt a country has in percentage of its Gross Domestic Product. Basically, Government debt is the money owed by the central government to its creditors. There are two types of government debt: net and gross. Gross debt is the accumulation of outstanding government debt which may be in the form of government bonds, credit default swaps, currency swaps, special drawing rights, loans, insurance and pensions. Net debt is the difference between gross debt and the financial assets that government holds. The higher the debt-to-GDP ratio, the less likely the country will pay its debt back, and more likely the country is to default on its debt obligations.
weitere Statistiken, Erläuterungen und Informationen zu den volkswirtschaftlichen Kennzahlen Italiens bei tradingeconomics
Italy – National Statistical Data
Actual Previous Unit
Italy Interest Rate 1.00 Percent View Chart
Italy Stock Market 15128.08 15237.72 View Chart
Italy Government Bond 10Y 5.67 5.77 Percent View Chart
Italy Population 60.77 60.48 Million View Chart
Italy Current Account to GDP -3.20 -3.50 Percent View Chart
Italy Government Debt To GDP 120.10 118.60 Percent View Chart
Italy GDP per capita 18935.05 18601.38 USD View Chart
Italy GDP per capita PPP 31555.19 32413.19 USD View Chart
Italy Retail Sales MoM 0.40 0.10 Percent View Chart
Italy Retail Sales YoY -1.90 -2.90 Percent View Chart
Italy Business Confidence 87.20 87.10 View Chart
Italy Current Account -2677.00 -5458.00 Million EUR View Chart
Italy Inflation Rate 3.20 3.10 Percent View Chart
Italy Currency 1.36 View Chart
Italy GDP Growth Rate -0.70 -0.80 Percent View Chart
Italy GDP Annual Growth Rate -2.50 -1.40 Percent View Chart
Italy Industrial Production -8.20 -6.70 Percent View Chart
Italy Consumer Confidence 92.90 94.80 View Chart
Italy Balance of Trade 2517.00 1008.00 Million EUR View Chart
Italy Exports 34383.00 35108.00 Million EUR View Chart
Italy Imports 31866.00 34100.00 Million EUR View Chart
Italy Unemployment Rate 10.70 10.70 Percent View Chart
Italy Government Budget -3.90 -4.60 Percent of GDP View Chart
Italy GDP 2194.75 2051.41 billion USD View Chart
Anmerkung
Viel Freude und hoffentlich zahlreiche (neue) Erkenntnisse wünscht ..

Ihr Oeconomicus


Befangenheitsantrag gegen Richter im ESM-Verfahren

Befangenheitsantrag gegen Richter im ESM-Verfahren

Eine Klägerin erhebt schwere Vorwürfe gegen den Berichterstatter im ESM-Verfahren vor dem Verfassungsgericht, Peter M. Huber. Grund ist seine frühere Tätigkeit für Mehr Demokratie e.V.
Welt-Online
ergänzende Informationen
Der heikle Balanceakt des Verfassungsrichters Huber
Übersicht, welche Partei welche(n) BVerf-Richter/in nominiert hat.
Wikipedia

Von den Geistern, die Draghi rief

Von den Geistern, die Draghi rief

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), kann sich der Geister, die er vor gut einem Monat gerufen hat, nicht mehr so einfach entledigen. Mit seiner damaligen Ankündigung, alles in seiner Macht Stehende unternehmen zu wollen, um den Euro zu retten, hat er sehr hohe Erwartungen an den Finanzmärkten geweckt, die nicht zu erfüllen, ihn und die EZB teuer zu stehen kommen könnten. Am Mittwoch und am Donnerstag dieser Woche berät der EZB-Rat an seiner geldpolitischen Sitzung in Frankfurt, an der ausnahmsweise auch der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, teilnimmt, über die konkrete Ausgestaltung der angekündigten Rettungsaktion.

NZZ


Angriff aufs Bargeld

Angriff aufs Bargeld

Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung ist in Südeuropa ein regelrechter Kampf gegen den Gebrauch von Bargeld ausgebrochen. Das Resultat könnte langfristig aber nicht mehr Steuereinnahmen, sondern das Ende jeglichen Datenschutzes und jeder Privatsphäre sein – auch in Deutschland.
Preußische Allgemeine
Anmerkung
Steht nicht zu befürchten, dass es dem Staat um totale Transparenz und Kontrolle aller Finanztransaktionen seiner Bürger geht? Betrachtet man sich die EU-Richtlinie 2009/110/EG (PDF – 11 Seiten) „über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung der Tätigkeit von E-Geld-Instituten“ welche nach Aussage der EU-Kommission „den Weg für neue innovative und sichere E-Geld-Dienstleistungen ebnen, neuen Unternehmen Zugang zum Markt verschaffen sowie echten und wirkungsvollen Wettbewerb unter den Marktteilnehmern fördern“ soll, ist der Gedanke wohl kaum von der Hand zu weisen.

Ihr Oeconomicus