Bundesregierung: Target-Kredite existieren nicht


Bundesregierung: Target-Kredite existieren nicht

Die Bundesregierung ist der Meinung, „Target-Kredite“ würden nicht existieren. Bei den Forderungen von 550 Milliarden Euro, die Deutschland anderen Euroländern gegenüber hält, handle es sich lediglich um Verrechnungspositionen. Dies antwortete das Finanzministerium auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler. 

  |  Veröffentlicht: 26.03.12, 12:05  |  Aktualisiert: 26.03.12, 12:37  | 190 Kommentare

Hier eine Sequenz aus den Leserkommentaren:

26.03.12 um 13:08 – Nathan Samuelsson sagt:

„Den Spruch muss ich mir merken für meine nächste Steuerrechnung. Steuerforderungen an mich durch die Bundesregierung existieren schlicht nicht. Es handelt sich dabei bloss um “Verrechnungspositionen”.

Sehr geehrte Steuerbehörde, Hiermit fordere ich sie auf Ihre an mich gerichteten Steuerforderungen mit zukünftigen Steuerrückzahlungen zu verrechnen, da es sich bei Ihren Forderungen ohnehin nur um virtuelle Verrechnungspositionen handelt. Mit vorzüglicher Hochachtung, alias alias

Entweder wir haben es bei diesen Politikern mit Narren im besten Sinne zu tun, oder wir werden hier schlicht nur angelogen. Was ist wohl besser, von Lügnern oder von Narren regiert zu werden? Oder handelt es sich hier um eine extreme Form der Realitätsverleugnung? – Die klassische Vogelstrauss-Methode. Wenn ich den Feind nicht sehen kann, dann kann er mich auch nicht sehen. Oder: Wenn ich das Problem nur lange genug ignoriere, dann wird es schon verschwinden. Wäre ich Psychiater, dann wüsste ich schon, was ich mit solchen Polit-Patienten machen würde. Wir leben in einer Irrenanstalt, und kaum einer hat es gemerkt.

Spätestens dann, wenn die nicht glattgestellte Target-Bilanz in die Steuerrechnung des ignoranten Normalbürgers einfliesst, dann wird man diese traurigen Tatsachen nicht mehr verleugnen können. Zeit gewinnen lautet hier wohl die Devise der Politmafia. Gott sei Dank für die Politmafia praktizieren auch die meisten Steuerzahler das Prinzip der Realitätsverleugnung. Schwieriger wäre es da schon Leute anzulügen, die nicht bereit wären sich selbst zu belügen.

Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe…“

26.03.12 um 13:08 – gerresheimer sagt:

„Sind wir dumm oder hält man uns nur dafür? Ich verstehe nicht, wie das Finanzministerium eine solche Antwort geben kann. Glaubt Schäuble das, was er und seine Leute anderen erzählen, etwa selbst? Dann steht es noch schlimmer um uns, als wir ohnehin schon befürchten.

Prof. Sinn, Jürgen Stark, Weidmann u.a. sollten in der BILD ihre Meinung gut verständlich kundtun, damit auch der letzte Bürger kapiert, wohin die Reise geht. Denn wenn schon Draghi in die Bild geht, scheint einiges mehr im Busch zu sein, als wir vermuten.

Bislang habe ich die Erfahrung im eigenen Umfeld machen müssen, dass niemand kapiert, wenn ich mich wegen ESM und Fiskalpakt sorge. Die machen das schon… Klar machen die, aber nicht das, was die Masse erwartet. Da hilft nur noch eine breite Medienkampagne, die aber auch jeden erreicht und über die Risiken aufklärt. Ob ich darauf hoffen darf? Bislang finde ich nur hier in den DMN und in der FAZ entsprechende Artikel…“

26.03.12 um 13:35 – wasser sagt:

„Ich befürchte, lieber Gerresheimer Sie haben Recht. Aber die, die davon nicht s hören wollen, haben auch Recht. Denn Sie und die Nichtzuhörer werden nichts, aber auch gar nichts mehr gegen die schon so lange laufenden Sauereien machen können. Ich schwanke zwischen den Kopf an die Wand knallen, Resignation, versuchen noch aktiv in der (Orts)Politik noch etwas zu beeinflussen, oder mich auf meinen kleinen familiären Bereich zurück zu ziehen. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass da noch was zu ändern ist. Ganz egal durch was.“

26.03.12 um 14:15 – Steuerzahler sagt:

„Wenn sich jeder Bürger einmal wirklich informieren würde oder auch durch die Systempresse informiert werden würde, könnte man sicherlich noch etwas ändern. Wenn jeder Bürger einmal nicht die etablierten Parteien wählen würde, wenn die Leute wüssten, dass sie die Wahlverweigerung keinen Deut weiter bringt. Wenn sie wüssten, dass es besser wäre, ungültig zu wählen, als nicht wählen zu gehen. Wenn die Bürger ihren Abgeordneten schreiben würden, dass sie sie bei Zustimmung zum ESM nicht mehr wählen werden usw, usf.

Aber die meisten WOLLEN schlafen, sie WOLLEN sich nicht mit Problemen beschäftigen. Hinterher wird der Aufschrei riesig werden. Allerdings habe ich dann mit diesen Menschen kein Mitleid. Nur schade, dass wir davon auch betroffen sein werden.“

26.03.12 um 18:14 – Brainsworld sagt:

„Die meisten Leute die ich kenne, denen ist bereits Ihr kleiner Text hier zu lang und aufwendig zu lesen 😉

Die haben sich so sehr an die Informationsaufnahme durch kurze knappe Schlagzeilen gewöhnt, ein 20-Zeiler überfordert die schon völlig und ab der hälfte können die schon nicht mehr folgen und hören auf. Man kanns auch visuell mit Dokus versuchen, aber auch dafür reicht bei den meisten die Konzentration nicht aus. Ich find die Dokus z.B. spannend und hör allein deshalb schon aufmerksam zu, den meisten anderen sind Dokus in denen zu viele Informationen enthalten sind, einfach lästig. Es gibt natürlich auch viele, die WOLLEN schlafen wie Sie es schon sagten, gibt aber leider auch ohne ende Menschen die gerne wollen würden, aber schon nach kurzer Zeit aus unkonzentriertheit abbrechen. Die Leute sind scheinheilig, man erzählt denen etwas sknadalöses, die hören gespannt udn aufmerksam zu, aber sobald die Frage kommt “Sollen wir uns da ne Doku zu angucken, da ist das nochmal besser erklärt?!” dann isses vorbei, nee danke, jetzt nicht, oder man hat schon die ersten minuten geschaut und dann kommt: “Boah dat is mir jetzt zuviel Stoff, ich geb mir das irgendwann mal die Tage in Ruhe”. Das wurd selbstverständlich bis heute nicht nachgeholt, aus den Augen, aus dem Sinn, so einfach ist Leben ;)“

26.03.12 um 22:11 – wasser sagt:

„Nein, lieber Steuerzahler,
es ist nicht mehr zu ändern. auch durch eine neue starke Partei nicht mehr.Die Kredite sind vergeben, die Vereinbarungen sind durch. Und selbst, wenn alle etwas ändern wollten und plötzlich guten Willens wären. Es läuft noch ein bisschen, wie lange wissen wir nicht und dann ist es vorbei.“

dazu
eine Bewertung von Prof. Peter Garber: „Der TARGET Mechanismus – Wird er eine Krise in Stadium III verbreiten oder ersticken?“ (USA 1998/1999)

PDF – 637kb

und ein Dokument der Taxpayers Association of Europe, Titel „TARGET-2 Plünderung der Bundesbank“ – Kurzfassung (Stand 09.03.2012)

GEHTs NOCH ? …. Wie war das nochmal mit der Behauptung „Die Erde ist eine Scheibe?“
Ist es in diesem Zusammenhang nicht merkwürdig, dass die Bundesbank just massive Rücklagen gebildet hat? … Wozu eigentlich?

Vertuschung? Nix da!

Die Bundesbankbilanz ist ein Spiegel der Krise.

Die Krise hat ihre Spuren in der Bilanz der Bundesbank hinterlassen: Der Gewinn ist um 1,6 Milliarden Euro eingebrochen, Risiken, so weit das Auge reicht. Das am Dienstag dieser Woche vorgestellte Zahlenwerk macht eindrucksvoll klar: Die Hauptarbeit im Rettungsgeschäft leisten inzwischen nicht mehr die Regierungen, sondern die Zentralbanken. Sie sorgen mit günstigen Krediten an die Banken dafür, dass die Staaten der europäischen Peripherie nicht vom Geldkreislauf abgeschnitten werden.

DIE ZEIT

einige Ergänzungen

Vortrag von Prof. Dr. Helmut Siekmann, Bochum, gehalten am Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann-Wolfgang-Goethe Universität, Frankfurt am Main [02/2005]

Thema: „Die Verwendung des Gewinns der Europäischen Zentralbank und der Bundesbank“

PDF – [35 Seiten]

Analyse von Hans-Werner Sinn / Kai Carstensen „Ein Krisenmechanismus für die Eurozone“ [23. November 2010]

  1. Auftrag und Eingrenzung 
  2. Hintergrund 
  3. Die wirtschaftliche Bedeutung des Krisenmechanismus für Deutschland und Europa
  4. Ein neuer Krisenmechanismus
  5. Die Stabilisierungswirkungen
  6. Ergänzender Reformbedarf
  7. Schlussbemerkungen

Quelle

dazu

Bundesbank-Monatsbericht März 2012 Seite 73, Spalte 7:

Target-2-Salden per 29. Februar 2012: 559.678 Mio. EUR
Aus Spalte 8 zu entnehmen:

“Sonstige Forderungen an Ansässige in anderen EWU-Ländern” 58.672 Mio. EUR (mit steigender Tendenz)
Spalte 10: Die Gesamtsumme der Netto-Auslandspositionen wird mit über 800.593 Mio. EUR ausgewiesen (!)

In der Terminologie der Finanzwelt bezeichnet man solche „Kredite“ als “Accounts receivable payment default assets”, also “Forderungs-Ausfall-Vermögen” (!)

Bundesbank-Monatsbericht März 2012 vom 19.03.2012

 

ergänzend:

Zahlungsbilanz-Statistik – März 2012 – Statistisches Beiheft 3 zum Monatsbericht [PDF – 110 Seiten]

Saisonbereinigte Wirtschaftszahlen – März 2012 – Statistisches Beiheft 4 zum Monatsbericht [PDF – 89 Seiten]



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