Food speculation fuels Mexico’s tortilla crisis

A surge in financial speculation on maize is causing vastly inflated prices for corn tortillas – a sacred staple in Mexico – and threatening the health and livelihoods of the country’s poor.
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Tom Levitt – The Ecologist

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vertiefende Informationen und Hintergründe zur Tortilla Krise

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Die Tortilla-Krise in Mexiko und ihre wahren Ursachen
Biodiesel oder Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen – das klingt gut. Aber allmählich wird auch die negative Seite dieser Entwicklung deutlich. Die enorm gestiegene Nachfrage in den USA nach Mais zur Herstellung von alternativem Kraftstoff hat bereits zu einer Verdopplung des Preises für Mais auf dem Weltmarkt geführt. Das hat katastrophale Folgen für diejenigen Länder, die den Mais als Grundnahrungsmittel für ihre Bevölkerung einführen. Dies wurde exemplarisch sichtbar in der sog. Tortilla-Krise, die Anfang des Jahres die mexikanische Regierung erschütterte. Doch ist dies sicherlich nur der Anfang einer Besorgnis erregenden Entwicklung. Sie wird sich in vielen Entwicklungsländern wiederholen und wirft auch in Nicaragua ihre dunklen Schatten voraus.
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Die Ursachen der Krise
Für die Erklärung der Krise gibt es je nach politischer Ausrichtung gegensätzliche Positionen:
PAN (rechtsklerikale Regierungspartei), PRI (ehemalige Staatspartei), mexikanische Großimporteure, Maiskartelle von Maisproduzenten und –großhändlern, Medienmogule der Fernsehmonopole, im Land operierende US-Konzerne oder andere Multis mit mehrheitlich ausländischer Beteiligung sehen den Grund für die rasante Steigerung des Tortillapreises einseitig in der Ethanolproduktion in den USA. Da der Hauptproduzent und -exporteur von Mais, die USA, zunehmend mehr Mais für die Produktion von Bioethanol nutzte, sei das Korn weltweit knapp und den Marktmechanismen entsprechend teuer geworden. Also läge die Verantwortung bei den USA.
Die Opposition, die aus der PRD (der gemäßigt linken Partei), der Linkskoalition und unabhängigen Gewerkschaften und Bauern- und Landarbeiterorganisationen besteht, kritisiert diese Darstellung als oberflächlich und unzureichend. Sie macht ein komplexes Geflecht von hausgemachten Ursachen für die Tortilla-Krise verantwortlich. Sie leugnen nicht, dass die Ethanolproduktion in den USA ein Faktor (allerdings weder der einzige noch der wichtigste) für den rasanten Anstieg des Tortillapreises ist, verweisen aber auf weitere Zusammenhänge. Dazu gehören
  • das Freihandelsabkommen NAFTA und seine neoliberalen Auswirkungen auf die mexikanische Landwirtschaft,
  • die Einzigartigkeit des mexikanischen Bauerntums mit seiner besonderen Maiskultur, der Milpa und den traditionellen Ejidos,
  • die Marktstellung der mexikanischen Mais-Monopole mit ihrer spekulativen Vorratswirtschaft,
  • die Bestrebungen der Großimporteure zur freien Einfuhr von Genmais aus den USA und nicht zuletzt
  • der „racismo alimentario“.

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Jorge Peláez – Staepa, Berlin
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Mexiko in der Tortilla-Krise
Der Preis für Tortillas, das tägliche Brot der Mexikaner, ist in die Höhe geschossen. In der Bevölkerung wächst der Unmut, die Regierung ist beunruhigt.
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NZZ