EU-Investitionsoffensive zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung

Mit einem Investitionspaket von mindestens 315 Mrd. Euro will die Europäische Kommission das Wachstum in Europa wieder ankurbeln und bis zu 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.

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Zum Start der gemeinsamen Investitionsoffensive von Kommission und Europäischer Investitionsbank (EIB) erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute (Mittwoch) in Straßburg:

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“Das Investitionsprogramm ist ein ehrgeiziger und neuer Ansatz, Investitionen anzukurbeln ohne neue Schulden zu machen. Jetzt ist der Moment, um in unsere Zukunft zu investieren – und zwar in Bereichen, die für Europa von besonderer strategischer Bedeutung sind, wie Energie, Verkehr, Breitbandanbindung, Bildung, Forschung und Innovation. Europas Wirtschaft muss neu durchstarten – und wir schaffen heute die Voraussetzungen dafür.“

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Vorgesehen ist ein mit öffentlichen Mitteln garantierter neuer Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI). Grundlage bilden eine Garantie in Höhe von 16 Mrd. Euro aus dem EU-Haushalt und weitere 5 Mrd. Euro, die von der EIB bereitgestellt werden. Der Fonds soll in den kommenden drei Jahren (2015–2017) zusätzliche Investitionen in Höhe von mindestens 315 Mrd. Euro mobilisieren. Damit die Investitionen dorthin fließen, wo sie am dringendsten benötigt werden, wird eine Projekt-Pipeline in Verbindung mit einem Hilfsprogramm geschaffen. Ein ehrgeiziger Zeitplan soll Europa für Investitionen attraktiver machen. Der heute (Mittwoch) von der Kommission vorgelegten Investitionsplan soll neue Arbeitsplätze schaffen und das Bruttoinlandsprodukt um 330 bis 410 Mrd. Euro steigern.

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Jyrki Katainen, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit wies darauf hin, dass für neue Investitionen in Europa zusätzliche private Mittel mobilisiert werden müssen. Jeder im Rahmen des neuen Europäischen Fonds für strategische Investitionen aus öffentlichen Mitteln mobilisierte Euro werde Investitionen von etwa 15 Euro generieren, die andernfalls nicht getätigt würden.

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“Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten und die nationalen Förderbanken zur Beteiligung auf, um die Wirkung des Fonds zu vervielfachen und weitere positive Ausstrahlungseffekte für die europäische Wirtschaft zu erzielen”

erklärte Katainen.

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Die drei Komponenten des Programms
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Mobilisierung zusätzlicher Finanzmittel für Investitionen

Mit dem Investitionsprogramm werden in den kommenden drei Jahren (2015-2017) öffentliche und private Investitionen in die Realwirtschaft im Umfang von mindestens 315 Mrd. EUR mobilisiert. In einer Zeit, in der öffentliche Mittel knapp sind, während in Finanzinstituten sowie auf Firmen- und Privatkonten schnell verfügbares Geld vorhanden ist, besteht die Herausforderung darin, den Teufelskreis von fehlendem Vertrauen und zu geringen Investitionen zu durchbrechen.

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Grundlage für den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) bildet eine Garantie in Höhe von 16 Mrd. Euro aus dem EU-Haushalt und weitere 5 Mrd. Euro, die von der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereitgestellt werden. Nach vorsichtigen Schätzungen auf der Grundlage früherer Erfahrungen wird der Multiplikatoreffekt des Fonds bei 1:15 liegen. Der Schwerpunkt des Fonds sollte auf Investitionen in die Infrastruktur liegen, insbesondere in den Bereichen Breitband- und Energienetze sowie Verkehrsinfrastruktur in Industriezentren, Ausbildung, Forschung und Innovation, erneuerbare Energien und Investitionen in KMU und Unternehmen mit mittlerer Kapitalausstattung (Mid-Cap-Unternehmen).

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Ergänzt wird dies durch die Maximierung der Hebelwirkung der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds für den Zeitraum 2014-2020, indem vermehrt Darlehen, Beteiligungskapital und Garantien anstelle herkömmlicher Zuschüsse eingesetzt werden. Dadurch wird die Hebelwirkung auf 1:3 bis 1:4 gesteigert. Durch eine Verdoppelung innovativer Finanzinstrumente und die Nutzung der daraus resultierenden Hebelwirkung könnten von 2015 bis 2017 zwischen 20 und 35 Mrd. Euro an zusätzlichen Investitionen in die Realwirtschaft mobilisiert werden.

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Eine Projekt-Pipeline leitet die Mittel dort hin, wo sie benötigt werden

Um Investitionen in die Realwirtschaft zu leiten, soll eine transparente Projekt-Pipeline tragfähige Projekte auf EU-Ebene ermitteln. Zudem sieht der Investitionsplan die Bereitstellung der erforderlichen technischen Hilfe zur Unterstützung der Projektauswahl und -gestaltung wie auch durch den Einsatz innovativerer Finanzinstrumente vor. Die Mitgliedstaaten legen der im September 2014 eingerichteten gemeinsamen Task Force von Kommission und EIB Listen von Projekten vor, die nach den folgenden drei Schlüsselkriterien ausgewählt werden:

  • Projekte mit europäischem Mehrwert zur Unterstützung der Ziele der EU
  • Wirtschaftlichkeit und ökonomischer Wert – Vorrang genießen Projekte mit hoher sozioökonomischer Rendite
  • Möglichkeit des Projektstarts innerhalb der nächsten drei Jahre, d. h. realistische Erwartungen hinsichtlich der Investitionsaufwendungen im Zeitraum 2015-2017
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Investitionshindernisse beseitigen
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Das Investitionsprogramm wird einen Fahrplan zur Beseitigung der Rechtsvorschriften beinhalten, die Investitionen behindern. Im Vordergrund steht der Abbau der erheblichen rechtlichen und sonstigen Hindernisse, die nach wie vor in allen wichtigen Infrastruktursektoren – wie Energie, Telekommunikation, digitale Netze und Verkehr – bestehen, sowie der Abbau von Hindernissen auf den Dienstleistungs- und Produktmärkten. Die Kommission wird im Dezember in ihrem Arbeitsprogramm für 2015 eine Liste vorrangiger Maßnahmen vorschlagen, die sich direkt auf das Investitionsprogramm beziehen.

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Nächste Schritte
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Das Europäische Parlament und der Europäische Rat – auf seiner Tagung im Dezember – werden aufgefordert, das Investitionsprogramm für Europa zu begrüßen, das auch eine Verpflichtung zur raschen Annahme einschlägiger Rechtsvorschriften beinhaltet.

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Die Mitgliedstaaten werden in Kürze die Programmplanung der europäischen Struktur- und Investitionsfonds abschließen, um deren Hebelwirkung zu optimieren, während der Europäische Investitionsfonds dank eines ersten zusätzlichen Beitrags der EIB aufgestockt wird. Parallel dazu werden die Kommission und die EIB die formalen Vereinbarungen für den neuen Europäischen Fonds für strategische Investitionen in die Wege leiten.

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Die gemeinsame Task Force der Kommission und der EIB soll im Dezember eine erste Aufstellung möglicher Investitionsprojekte vorlegen, um mit dem Aufbau einer transparenten europäischen Projekt-Pipeline zu beginnen. Die technische Hilfe wird zusammen mit der EIB und den wichtigsten nationalen und regionalen Akteuren ausgebaut, um eine „Plattform“ für Investitionsberatung aufzubauen, die One-Stop-Shop-Dienste für Projektträger, Investoren und die Verwaltungsbehörden bietet.

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Alle entsprechenden Maßnahmen sollten rechtzeitig angenommen werden, so dass der neue Europäische Fonds für strategische Investitionen bis Mitte 2015 eingerichtet werden kann. Bis Mitte 2016 werden die Europäische Kommission und die Staats- und Regierungschefs eine Bilanz der Fortschritte und, falls erforderlich, weitere Optionen in Erwägung ziehen.

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Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung und in diesem ausführlichen Frage/Antwort-Katalog.

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Die Rede von Präsident Juncker vor dem Europäischen Parlament finden Sie (im englischen Original) hier, die von Vizepräsident Katainen hier.

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In fünf Factsheets erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

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Factsheet 1 : Warum braucht die EU einen Investitionsplan?
Factsheet 2 : Woher kommt das Geld?
Factsheet 3 : Für wen sind die Gelder bestimmt?
Factsheet 4 : Verbesserung des Investitionsumfelds
Factsheet 5 : Mehr zum Zeitplan – Was geschieht wann?
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Ausführliche weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite zur Investitionsoffensive. Dort finden Sie auch Länderprofile der 28 EU-Staaten.

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Pressekontakt: Reinhard Hönighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300

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Quelle:
EU-Kommission (Vertretung in Deutschland) – Press-Releases
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Kommentare und Einschätzungen
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Zwischenzeitlich hat Jens Berger die Juncker-Nummer ausgeleuchtet und argumentiert nach meinem Verständnis korrekt:

“Sobald man nur ein wenig hinter die Kulissen blickt, stellt sich schnell heraus, dass Junckers gigantische Luftnummer nicht mehr als ein gigantischer PR-Trick ist.”

Details @Nachdenkseiten
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Industrie-Magazin
nachrichten.at
NZZ
tagesanzeiger.ch

Wird aus der MS Deutschland nach deren Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nun ein Traumschiff ?


Die MS Deutschland an den Landungsbrücken in Hamburg
GNU/CC – Urheber: Original uploader was Rjh1962 at en.wikipedia

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Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft und die Reederei Peter Deilmann haben heute einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Der PE-Investor und Mehrheitsgesellschafter Callista hat Wolfram Günther, Managing Director der Beratungsgesellschaft One Square Advisors, zum Restrukturierungsvorstand bestellt.
Als Ursache für die Insolvenz nennt MS Deutschland die „Verschlechterung der Liquiditätssituation nach der ersten Gläubigerversammlung“. Dies dürfte mit erhöhten Vorauszahlungen an Lieferanten zusammenhängen. Wie aus dem Markt zu vernehmen war, gingen zuletzt auch die verbindlichen Buchungszahlen zurück.
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Marc-Christian Ollrog und Julia Becker – finance-magazin
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Anmerkung
Mit der Beantragung des Insolvenzverfahrens droht nun der 22. Ausfall einer Mittelstandsanleihe, ein Beteiligungsmodell vor welchem seit einiger Zeit immer wieder gewarnt wurde (s. Prof. Max Otte aus 2011). Wie immer das Verfahren aus ausgehen mag, die Fans der MS Deutschland werden zumindest in der gleichnamigen TV-Serie in Traumschiff-Erinnerungen schwelgen können. Ob dies allerdings -insbesondere für die betroffenen Mitarbeiter- trostspendend sein mag, darf bezweifelt werden.
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Ihr Oeconomicus

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follow-up, 28.11.2014

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Weltreise muss abgesagt werden
Bittere Zeiten kommen auf Fans des ZDF-“Traumschiffs” zu: Da immer noch kein Investor für das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Schiff gefunden wurde, musste eine geplante mehrmonatige Weltreise der MS “Deutschland” abgesagt werden.
Der geplante Verkauf ziehe sich weiter hin, gab der vorläufige Insolvenzverwalter der Reederei Peter Deilmann und der MS Deutschland Beteiligungs GmbH, Reinhold Schmid-Sperber, am Donnerstagabend bekannt. Die Weltreise sollte eigentlich am 18. Dezember beginnen.
[…]
Die Presse

EU gibt € 55 Mio. für Reformen in der Ukraine

Die Europäische Kommission will den Reformprozess in der Ukraine weiter vorantreiben.

Zur Dezentralisierung und Reformierung ihrer Regionalpolitik erhält die Ukraine daher von der EU € 55 Mio. Die am Mittwoch unterzeichnete Finanzierungsvereinbarung bringt das Programm “Unterstützung der ukrainischen Regionalpolitik” auf den Weg. Mit dem Geld soll vor allem die Umsetzung der Regional-Entwicklungsstrategie 2020 zur Behebung regionale Ungleichgewichte gefördert werden.

Der für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsfragen zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn sagte:

“Mit der Vereinbarung bekräftigt die EU ihre Unterstützung für die Reformen zur Dezentralisierung und Regionalpolitik in der Ukraine. Die EU-Mittel werden drei Ziele der Regional-Entwicklungsstrategie 2020 fördern und zwar die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen, den territorialen Zusammenhalt und eine wirksame Staatsführung der Regionalen Entwicklung. Das Geld wird zwischen 2015- 2018 in vier Tranchen in den ukrainischen Staatshaushalt gezahlt werden.”

Mehr dazu in der vollständigen Pressemitteilung.

Weiter Informationen gibt es auf der Seite der EU-Delegation in Kiew.

Ausführliche Informationen zur EU-Unterstützung für die Ukraine hier.

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

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Press-Release der Europäische Kommission – Vertretung in Deutschland

EIB-Darlehen zur Ergänzung von EU-Zuschüssen für vorrangige Infrastrukturvorhaben in Bulgarien

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt der Republik Bulgarien 500 Millionen Euro für vorrangige Projekte zur Verfügung, die im Programmplanungszeitraum 2014-2020 EU-Fördermittel erhalten. Aus dem EIB-Darlehen wird der nationale Beitrag Bulgariens zu den Operationellen Programmen „Verkehr“ (einschl. städtischer Verkehr) und „Umwelt“ finanziert.

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EIB-Vizepräsident László Baranyay erklärte hierzu:

„Aus dem EIB-Darlehen werden vorrangige Projekte mit Investitionskosten von insgesamt 4,3 Milliarden Euro in Bulgarien kofinanziert. Dadurch können EU-Zuschüsse zugunsten der bulgarischen Wirtschaft zügiger in Anspruch genommen werden, um Bulgariens Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung anzukurbeln. Mit dem Darlehen ergänzt die EIB die technische Hilfe, die sie für die Beantragung von EU-Zuschüssen gewährt.“

Der Finanzierungsbeitrag der EIB wird in Form eines Darlehens zur Unterstützung von Strukturprogrammen bereitgestellt. Neben größeren Projekten können aus dem Darlehen der EIB auch kleinere Vorhaben finanziert werden, die wegen ihres begrenzten Umfangs nicht für eine direkte EIB-Finanzierung in Betracht kommen. Das EIB-Darlehen wird zu äußerst günstigen Konditionen bereitgestellt und ermöglicht die langfristige Kofinanzierung von Projekten, die im Rahmen der EU-Programme in ganz Bulgarien durchgeführt werden. Bei Bedarf können die Mittel auch zur Vorfinanzierung von EU-Zuschüssen verwendet werden.

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Mit diesem Darlehen knüpft die EIB an ihre erfolgreiche finanzielle Zusammenarbeit mit der Republik Bulgarien an. 2007 hat die Bank zur Ergänzung von EU-Zuschüssen bereits ein ähnliches Darlehen von 700 Millionen Euro unterzeichnet. Inzwischen sind rund 80 Prozent dieser Mittel ausgeschöpft.

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EIB-Pressemitteilung – Referenz: 2014-265-DE

Anschauliches Beispiel pathogener Hypostasen

Gedanken zur Einstimmung:
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“Habt Mut zur Wahrheit, spricht der Täuscher.
Ihm gebühren die Früchte seiner Saat: Hass, Zwietracht, Furcht und Fäulnis.
All dies sei ihm von Herzen gegönnt”
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Aus der Medizin kennen wir den Begriff der Sepsis (umgangssprachlich Blutvergiftung) als eine komplexe systemische Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion, ausgelöst durch Bakterien bzw. deren Toxine oder Pilze.

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Nach dem Verständnis des Bakteriologen Prof. Hugo Schottmüller (1914) liegt eine Sepsis dann vor, wenn sich innerhalb des Körpers ein Herd gebildet hat, von dem kontinuierlich oder periodisch pathogene Bakterien in den Kreislauf gelangen.

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Betrachtet man die zunehmend kafkaesken Ergüsse politischer Sprachschurken und deren Hofschranzen, könnte bei der Suche nach Motiven solcher oft hasserfüllt anmutender Rhetorik der Eindruck reifen, dass der Antrieb zu solch rückwärtsgewandtem Patriotismus einer dämonischen Sepsis vergifteter Denkstrukturen geschuldet sein könnte.

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Schon fast exemplarisch mag man die Entfaltung pathogener Besessenheit aus den Wortbeiträgen des Standard-Journalisten Dr. Eric Frey in der österreichischen Talkrunde Pro und Contra – der PULS 4 News vom 24.11.2014 wahrnehmen.

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Die Moderatorin Corinna Milborn hatte neben diesem sich an fremden Tischen labenden augenscheinlich pathologischen Putin-Hasser, der sich nicht scheute, öffentlich für einen kompletten Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen mit Moskau einzutreten und gar US-Luftschläge gegen Separatistenstellungen und russische Nachschublinien zu fordern, auch Johannes Voggenhuber (ehem. EU-Parlamentsabgeordneter, Die Grünen), Wolfgang Petritsch (österreichischer Spitzendiplomat, seit 2008 Ständiger Vertreter Österreichs bei der OECD in Paris) und Dirk Müller, den man auf der Webseite des Senders als Putin-Versteher diffamiert, zu Gast.

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Eine Kostprobe der Talkrunde, mit dem Thema “Eiszeit zwischen Russland und Europa, droht ein neuer kalter Krieg?” ist dem nachfolgenden YT-Clip zu entnehmen.

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Bereits nach dieser Einstimmung mag man an Immanuel Kants sinnstiftende Wortschöpfung ‘Hypostase’ denken, also etwas was nur in Gedanken existiert, dem man jedoch dieselbe Qualität zuschreibt, die einem wirklichen Gegenstand außerhalb des denkenden Subjekts zukommt.

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Die komplette Aufzeichnung der Talkrunde [51:23 Min] findet sich hier.

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Zwischenzeitliche ist die Sendung als auch YT verfügbar:

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Wem die politischen Gegebenheiten in Österreich nicht ganz so geläufig sind, mag so manch objektive Sichtweise von Herrn Voggenhuber, der zur ‘alten Garde’ der Austria-Grünen zählt und von seiner Parteikollegin Eva Glawischnig zunehmend kaltgestellt wurde, wohltuend notieren.
Bei den Ausführungen von Herrn Petritsch, die er mit einem gewissen Pathos durchaus kritisch vorträgt, ist zu vermerken, dass er diplomatisch sehr geschickt zwischen objektiven Wahrnehmungen gezielt Behauptungen aus der Kategorie ‘stretching the truth’ [ab Min. 12:54] serviert:
Zitat:

“.. Ein wichtiges Datum ist 2008, als das Angebot der NATO an Georgien ergangen ist, wo dann die russische Reaktion erfolgte. Das brutale Eingreifen Russlands, also des russischen Militärs, die Schaffung eines sogenannten eingefrorenen Konfliktes, hätte schon eine Warnung sein müssen. Da müssen wir sehr aufpassen…”

Finde den Fehler :-)hier eine kleine Hilfestellung

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So, wer sich nun in seiner einzellig anmutenden Denkweise genötigt fühlen sollte, mir als Dank für so manch notwendiges scharfes Wort ein Paar doppelt geschnürte Springerstiefel zukommen zu lassen, sollte den relevanten Wert besser an ausgebombte Menschen in Lugansk und Donezk spenden.
Dies wäre übrigens auch eine noble Geste von Herrn Frey, vielleicht auch eine Hilfestellung um der Hypostase-Falle zu entkommen.

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Ihr Oeconomicus

 


Russischer Konzern Transneft legt Rechtsmittel gegen Enteignung in Ukraine ein

Der russische Pipelinebetreiber Transneft wird die Entscheidung eines ukrainischen Gerichts anfechten, Teile von zwei Pipelines für den Transport von Ölprodukten zu nationalisieren. Das teilte Konzernsprecher Igor Djomin am Mittwoch in Moskau mit.

„Wir werden beim Höchsten Wirtschaftsgericht der Ukraine eine Klage einreichen, nachdem wir den Gerichtsbeschluss offiziell erhalten haben“

sagte er.
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Zuvor hatte das Berufungsgericht der Stadt Rowno die Rechtmäßigkeit der Entscheidung bekräftigt, 1400 Kilometer der Leitungen Samara-Westen und Grosny-Armawir-Trudowaja zu nationalisieren, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine am Mittwoch mit. Über eine dieser Pipelines wird Dieselkraftstoff aus Russland nach Europa gepumpt.
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Transneft ist der weltgrößte Pipelinebetreiber. Das Unternehmen kontrolliert Leitungen mit einer Länge von 48 708 Kilometern. Das Kontrollpaket in Höhe von 78 Prozent der Anteile bzw. 100 Prozent der stimmberechtigten Aktien wird vom Staat gehalten. Die Vorzugsaktien des Unternehmens sind in privatem Streubesitz.
[…]
RIA Novosti
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Neuer Energiekrieg? Ukraine enteignet Transneft-Öl-Pipeline
Die Ukraine hat 1.400 Kilometer einer Pipeline beschlagnahmt, die dem russischen Pipeline-Betreiber Transneft gehören. Über eine dieser Pipelines wird Dieselkraftstoff aus Russland nach Europa geliefert. Welche Konsequenzen diese Entscheidung für die Energieversorgung mit Europa hat ist noch nicht absehbar.
[…]
RT Deutsch

Erstes EIB-Darlehen im Rahmen der InnovFin in Griechenland: € 25 Mio für die FEI-Aktivitäten von PHARMATHEN

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit der Pharmathen S.A. einen Vertrag über die Finanzierung von FEI-Aktivitäten unterzeichnet. Es handelt sich hierbei um die erste Operation der EIB in Griechenland im Rahmen der Initiative „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen”. Dabei ist eine finanzielle Unterstützung der Europäischen Union durch Finanzierungsinstrumente von „Horizont 2020″ vorgesehen. Das Produkt „InnovFin – Wachstumsfinanzierungen für Midcap-Unternehmen“ ist speziell darauf ausgerichtet, den Zugang von Midcap-Unternehmen und KMU zu Risikokapital für Forschungs- und Innovationsprojekte in der Europäischen Union zu erleichtern.

Mit dem Darlehen an Pharmathen, einen der größten Hersteller von Generika in Griechenland, soll die Entwicklung qualitativ hochwertiger, hauptsächlich für die Exportmärkte bestimmter Pharmaerzeugnisse und die Produkteinführung finanziert werden. Die FEI-Aktivitäten werden von der Zentrale von Pharmathen in Athen aus gesteuert werden. Das Projekt ist für Pharmathen wichtig, da dem Unternehmen ermöglicht wird, seinen Wettbewerbsvorteil auf internationalen Märkten durch eine Beschleunigung seiner FEI-Programme aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus wird es die Zusammenarbeit zwischen Pharmathen und europäischen wie lokalen Lieferanten, Universitäten und Forschungsinstituten stärken und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung griechischer Industrieprodukte zu erhöhen.

EIB-Präsident Werner Hoyer erklärte:

„Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Pharmathen bei dieser bahnbrechenden Operation. Die Förderung der Forschung ist eine der Schlüsselaktivitäten der EIB in allen Produktionssektoren. Auf diese Operation sind wir besonders stolz, da sie es der Bank der EU ermöglicht, die Arbeit von Wissenschaftlern zu unterstützen, deren konkrete Anwendungen die Lebensqualität erhöhen. Diese Operation verdeutlicht die Fähigkeit der EIB zur direkten Beteiligung sowie ihre Rolle bei der Förderung wichtiger FuE-Aktivitäten. Wir möchten Wegbereiter sein und demonstrieren, dass innovative Finanzinstrumente wie „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen” die Forschung und Innovation in Europa in besonders wirksamer Weise stärken können. Dies ist für die Zukunft Griechenlands und Europas von größter Bedeutung.”

Hintergrundinformationen: 
Europäische Investitionsbank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Finanzierungen für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen.

InnovFin-Finanzprodukte

Im Rahmen von Horizont 2020, dem neuen EU-Forschungsprogramm für den Zeitraum 2014-2020, haben die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB und EIF) eine neue Generation von Finanzierungsinstrumenten und Beratungsdiensten initiiert, die innovativen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungsmitteln erleichtern sollen. Die „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen” dürfte in den nächsten sieben Jahren durch maßgeschneiderte Produkte Finanzierungsmittel von über 24 Milliarden Euro für Forschung und Innovation (FuI) bereitstellen. Die Finanzierungen sind für kleine, mittlere und große Unternehmen sowie für Projektträger, die in Forschungsinfrastruktur investieren, bestimmt. Die Mittel dürften dazu beitragen, Investitionen in FuI von bis zu 48 Milliarden Euro anzustoßen.

InnovFin baut auf dem Erfolg der bisherigen Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis (RSFF) auf. Die RSFF hatte im siebten Rahmenprogramm der EU für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) die Finanzierung von 114 FuI-Projekten im Umfang von 11,3 Milliarden Euro ermöglicht. Außerdem wurden Darlehensgarantien von über 1,4 Milliarden Euro gestellt.

Die InnovFin-Finanzprodukte unterstützen durch Mittel, die im Rahmen des Horizont-2020-Programms und von der EIB-Gruppe bereitgestellt werden, FuI-Aktivitäten, die von Natur her riskanter und schwieriger zu beurteilen sind als traditionelle Investitionsvorhaben. Für derartige Projekte sind daher nur schwer Darlehen zu erhalten. Alle InnovFin-Instrumente werden sich an der Nachfrage orientieren. Es erfolgt keine vorherige Verteilung nach Sektoren, Ländern oder Regionen. Die Endbegünstigten können Unternehmen und andere Organisationen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem im Rahmen von Horizont 2020 assoziierten Staat sein. Die Fremdkapitalprodukte werden in naher Zukunft durch Eigenkapitalinstrumente ergänzt, die der EIF verwalten wird.

InnovFin – Wachstumsfinanzierung für Midcap-Unternehmen bietet langfristige vorrangige und nachrangige Darlehen oder Mezzanine-Darlehen von 7,5 bis 25 Millionen Euro für größere innovative Midcap-Unternehmen (bis 3 000 Mitarbeiter) sowie für KMU und kleine Midcap-Unternehmen.

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EIB-Pressemitteilung – Referenz: 2014-263-DE
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Pharmathen S.A. – Board of Directors
Pharmathen S.A. – Products
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Putins offene Arme

Russland und die von Georgien abtrünnige Region Abchasien kooperieren nun enger. Kritiker befürchten eine Grenzverschiebung.

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Fünf Monate nach der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zwischen Georgien und der EU hat auch Russland der abtrünnigen georgischen Republik Abchasien einen Kooperationsvertrag unterbreitet. Er wurde am Montag von Kremlchef Wladimir Putin und dem abchasischen Präsidenten Raul Chadschimba in Sotschi unterzeichnet.
[…]
Die wichtigsten Vereinbarungen des neuen Abkommens betreffen Verteidigung und Sicherheit, Außenpolitik, Kontrolle der Grenzen und die Koordinierung polizeilicher Aufgaben. Wirtschaftliche Belange sollen nach Vorgaben der Eurasischen Zollunion geregelt werden.
[…]
taz

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Anmerkung

Interessante Einblicke über Land und Leute in Abchasien liefert der eine ARTE-Doku aus der Reihe ‘Jungbrunnen der Welt’

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Abchasien liegt an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Die Region, die sich im Jahr 2008 für unabhängig erklärt hat, gilt völkerrechtlich als Teil Georgiens und wird nur von wenigen Ländern als eigener Staat anerkannt. Das kleine Land ist geprägt von hohen Bergen und einer üppigen Vegetation. Die “Perle des Kaukasus” wird von einem milden Klima bestimmt, das die Menschen dort älter werden lässt als an anderen Orten in der ehemaligen Sowjetunion, zu der auch Abchasien einst gehörte.

Die Spuren früher Besiedlung der Region reichen 3.000 Jahre zurück. Seither hat die Küste des Schwarzen Meeres zahlreiche Völker angezogen und viele kriegerische Auseinandersetzungen erlebt. Diese Kriege gegen äußere Feinde haben den Frieden innerhalb der Familien und ein Leben in festen Regeln notwendig gemacht. So haben sich Traditionen entwickelt, die bis heute erhalten geblieben sind. Das gilt besonders für das Landesinnere Abchasiens. Dort unterstreicht eine 102-jährige Frau, dass sich das Leben heute kaum von dem von vor hundert Jahren unterscheidet.
[…]

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korrespondierende Archiv-Beiträge
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04.11.2014
Eine Monroe-Doktrin für Osteuropa
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25.06.2014
Georgien klopft an Europas Tür
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15.03.2014
Das große Spiel am Kaukasus
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11.10.2008
Dritter Griff nach der Weltmacht?
Warum deutsche Interessen auch am Kaukasus verteidigt werden sollen
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20.04.2005
Demokratie und Menschenrechte in Georgien

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