Die Macht der Lobbyisten

TV-Tipp 12.02.:
Arte-Themenabend zu Lobbyismus

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Am Dienstag, den 12.2. sendet Arte in einem Themenabend gleich drei Filme zum Thema “Die Macht der Lobbyisten”
  • 20:15h: Der Film “The Brussels Business – Wer lenkt Europa wirklich?” beleuchtet die Macht der Lobbyisten in Brüssel.
  • 21:30h: Die Dokumentation “Im Vorzimmer der Macht” schaut hinter die Kulissen des Politikbetriebs in Deutschland und in Frankreich.
  • 22:00h: “Water Makes Money” behandelt das Geschäft mit dem Wasser in Deutschland und Frankreich. Im Vordergrund stehen die beiden französischen Wasserkonzerne Suez und Veolia.
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Wer auf den ARTE-Themenabend verzichten muß, oder den Lügenkasten bereits entsorgt hat, wird hier im Blog fündig:
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THE BRUSSELS BUSINESS
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Water Makes Money – Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen
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Sobald online verfügbar, wird die Doku “Im Vorzimmer der Macht” an dieser Stelle nachgetragen.

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Randbemerkung
Gelegentlich ist es schon vorgekommen, dass spezielle Doku’s nach wenigen Tagen online nicht mehr zu finden waren.
Wer diese Erfahrung kennt, sollte das jeweilige Video vorsichtshalber auf einem externen Speichermedium archivieren.
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Ihr Oeconomicus


Brückentage bis zur nächsten Krise

A view along a bridge with metal girders overhead and a wooden deck
Pond Eddy Bridge
from the Pennsylvania side of the Delaware River
CC – Author: Beyond My Ken

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Brückentage bis zur nächsten Krise
ein Beitrag von Markus Gaertner

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Wir alle suchen fieberhaft Sachwerte, in die wir unser Bares retten können, bevor der nächste Komet an den Börsen einschlägt und die Hyänen von Wolfgang Schäuble und Mario Draghi eine gnadenlose Treibjagd auf uns starten.

Was wäre da als Anlage besser geeignet als ein öffentliches Gebäude, das der Staat partout nicht mehr haben, ja regelrecht loswerden will?

In Pennsylvania steht als eines von vielen solcher Gebäude aus dem Tafelsilber des bankrotten Uncle Sam die “Pond Eddy Bridge” über den Delaware River zum Verkauf. Das eiserne Monster ist 111 Jahre alt und wird kaum noch befahren. Die Farbe ist stark bleihaltig und würde die zuständige Kommune zu viel Geld kosten. Also soll jemand das Bauwerk aus dem Jahr 1903 erwerben und gefälligst abtransportieren.

Zu Schrott darf es allerdings nicht verarbeitet und verhökert werden, weil es historischen Wert hat. Also: Wer über ein großes Grundstück verfügt, schon immer mal mit einer ollen Brücke über den Atlantik schippern wollte und ganz besonders verzweifelt über eine sichere Verwahrung seines Barbestandes ist, der hat es hier mit einem potentiellen Volltreffer zu tun.

Die Enkel werden begeistert sein über einen so tollen Spielplatz !

Bevor jetzt ein Brücken-Run einsetzt, weil alle sich einen späteren Banken-Run ersparen wollen: Ihr habt Zeit Leute. Allein Pennsylvania hat 11 Brücken zum Verkauf gestellt. Und ganz ehrlich: Die sind allemal mehr wert, als Anleihen von Portugal, Spanien oder Frankreich, für die wir später nur höhnische Bemerkungen von Finanzministern, oder Schmähbriefe von Finanzämtern erhalten, wenn uns die Nachricht über die Total-Amputation unseres Vermögens zugestellt wird.

Dass Amerika so schlimm abgewirtschaftet hat, das dürfte selbst einige Pessimisten noch überraschen. Aber es gibt auch (sehr vereinzelte) Lichtblicke. Zum Beispiel diesen: Das bankrotte Detroit, das vor über einem Jahr die größte kommunale Pleite Amerikas hinlegte, nähert sich einem Sanierungsplan. Dieser scheint sich dadurch auszuzeichnen – wenn ihn die Banken nicht noch bis zur Unkenntlichkeit abnagen – dass die Pensionäre weitaus besser wegkommen als die Halter von Anleihen.

Die 32.000 Pensionäre der Stadt sehen jetzt einem Haarschnitt von 4,5% entgegen. Zugegeben: Das ist immer noch hässlich. Aber gegen jene 27%, die der Finanz-Notverwalter des Rathauses zu Beginn des Jahres eingeplant hatte, ist das eine spürbare Erleichterung. Bemerkenswert: Der Bundesstaat (also doch Steuerzahler), private Spender und Stiftungen haben 816 Mio. Dollar beigesteuert, um die schwindsüchtigen Pensionskassen wieder etwas aufzufüllen.

Uns drängt sich aber die Frage auf, ob alle Reichen in den USA flächendeckend bei einem solchen Konzept mitziehen würden. Gefragt wären die gleichen Manager und Banker, die eher damit beschäftigt sind, das Vermögen wohlhabender Klienten in Steueroasen zu verfrachten und Firmen gegen astronomische Gebühren Börsenhüllen in Europa zu vermitteln, damit sie in den USA dauerhaft Steuern vermeiden können.

Und ob die geballte Solidarität der 1% reichen würde, um sämtliche Pensionslöcher zu stopfen, ist noch eine ganz andere Frage. Detroit ist also, was es ist: Eine Show, ein Darbietung für das US-Volk, dem vorgeführt werden soll, dass der amerikanische Traum nicht völlig kaputt sei. Ob das jemand glaubt, wagen wir hier gar nicht zu fragen.

Aus welchem Grund sollten die 315 Mio. Amerikaner solche Ammenmärchen auch glauben. Sie erfahren jeden Tag neu auf bedrückende Weise, wie stark sie ausgequetscht worden sind. Man lese den jüngsten Quartalsbericht von McDonald´s durch. Im dritten Vierteljahr hintereinander klingeln die Kassen der Burger-Braterei in den USA weniger als im Vorquartal.

Auch in Europa gehen die Kunden seltener in die “Restaurants” der Fast Food-Kette. Im Juli hat McDonald´s weltweit einen Umsatzrückgang erlitten. Nicht einmal die Burger-Neulinge in Indien und China vermochten den Spieß umzudrehen.

Was McDonald´s vor allem in seinem Heimatmarkt USA (ein Drittel des globalen Umsatzes) zusetzt, ist die wachsende Konkurrenz von Burger-Flippern, die noch billiger sind. Das aber sagt eigentlich alles über die immer wieder versprochene Erholung in den USA, die ausbleibt, weil die Konsumenten einfach völlig ausgezehrt sind.

Auch Coca-Cola berichtet zur Wochenmitte enttäuschende Zahlen, vor allem der Verkauf von Diet Coke stagniert. Woher das alles kommt, kann man unter anderem in diesem Bericht von Bloomberg nachlesen: Die Inflation läuft dem Wachstum der Wirtschaft davon, die Geldbeutel schrumpfen sogar ohne die entwürdigenden und schädlichen Minizinsen der Notenbanken.

Wie dem auch sei, in den USA suchen die Leitmedien schon wieder Schuldige im Ausland für ihre hausgemachte Misere. Bei MoneyNews wird uns heute folgende Erklärung für die Dümpelwirtschaft in den den USA geboten:

“Just as the U.S. economy is strengthening, other countries are threatening to drag it down. Employers in the U.S. are creating jobs at the fastest pace since the late 1990s and the economy finally looks ready to expand at a healthy rate. But sluggish growth in France, Italy, Russia, Brazil and China suggests that the old truism, “When the U.S. sneezes, the rest of the world catches a cold,” may need to be flipped. Maybe the rest of the world will sneeze this time, and the U.S. will get sick.”

Auf Deutsch: Die USA stehen ja gar nicht schlecht da, sie werden nur von schwachen Volkswirtschaften wie Frankreich, Italien, Russland, Brasilien und China nach unten gezogen.

Und nur für den Fall, dass ernüchterte US-Anleger daran denken sollten, Aktien zu verkaufen: Da per Definition die US-Konjunktur ja gut ist, und lediglich von schwächelnden Handelspartnern in eine Abwärts-Spirale gesogen wird, gibt es eigentlich nur politische Gründe um Aktien abzustoßen.

Das aber, erklärt der Investment-Stratege bei Wells Capital Management, Jim Paulsen, sei etwas, was “nur Loser” tun würden.

Im Klartext: Dass es Euch wirtschaftlich miserabel geht, ist die Schuld anderer auf diesem Planeten. Dass Konflikte rund um die Welt den Börsen etwas anhaben sollen, denken nur Feiglinge und vaterlandslose Gesellen. Also wartet gefälligst mit dem Verkauf Eurer Aktien, bis die nächste Krise begonnen hat und die Banken und Hedgefonds bereits ausgestiegen sind.

Dann, liebe Narren, dürft Ihr wieder Aktionär spielen – und billig verkaufen, damit Ihr mit dem Rest der Ersparnisse die gut bekannten Kasinos erneut retten könnt.

Dann, liebe Leute, kaufe ich mir wirklich lieber eine Brücke, die keiner mehr will.

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Erstveröffentlichung im Blog von Markus Gaertner

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Lieber Markus, ganz herzlichen Dank für diesen Augenöffner!

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Anmerkung

Jetzt dürfen wir gespannt sein, ob und wann die Brücken-Buyout-Idee als PPP-Modell für Private Equity Investoren die Dobrindt-Schäuble-Ministerien erreicht.
Schließlich wurde rund 15% aller 39,000 Brückenflächen in Täuschland ein ungenügender Zustand attestiert.
Eine gute Gelegenheit für eine breit angelegte Kompetenz- und Marketing-Offensive der Bundesregierung, etwa nach dem liebgewonnenen Vorbild „Unser Dorf soll schöner werden“ aus dem letzten Jahrhundert ?
Damit auch unsere Brücken schöner werden (und die anstehenden Sanierungskosten nicht den Bundeshaushalt belasten), könnte man auf erfahrene Organisationen, wie etwa der Allianz, der Deutschen Bank, dem von Roland Koch geführten Baukonzern Bilfinger, und als europäische Variante auf Cofiroute S.A. (Tochtergesellschaft des französischen Baukonzerns Vinci) zurückgreifen, die ein solches Modell sicher gerne unterstützen würden.
Hinsichtlich des rechtlichen und steuerlichen Rahmens künftiger Brücken-Schatzbriefe (die Anspielung auf das eingestellte Bundesschatzbriefe-Programm ist durchaus beabsichtigt) könnte man vertrauensvoll auf das einschlägige know-how von Freshfields Bruckhaus Deringer LLP oder Hengeler-Mueller zurückgreifen.
Am Ende des Tages ließe sich mit einem solchen Ansatz das Gerechtigkeits-Empfinden der CSU bei europäischen Mautsystemen nicht nur abrunden, sondern beim Bürger gar einen Kreativitäts-Wettbewerb zur Gestaltung der schönsten Brücken in Täuschland auslösen.
Fazit:
Bleibt zu hoffen, dass wir von solch ironisch gemeintem Gedankengut verschont bleiben!

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Ihr Oeconomicus


Wie Sprache Entscheidungen (vor)prägt: Zum Einfluss und zur Rhetorik kollektiver Selbsttäuschungen

Erkenntnisreicher Vortrag von Prof. Dr. Gerd Antos [Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg] zum Einfluss und zur Rhetorik kollektiver Selbsttäuschung.

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Auszug:

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“1989 erregte ein Buch mit dem provozierenden Titel “Die Logik des Mißlingens” für nicht unbeträchtliches Aufsehen. Darin zeigte der Autor, der Kognitionspsychologe und Problemlöse-Theoretiker Dietrich Dörner u.a. am Beispiel eines imaginären “Tanalandes” auf, was passiert, wenn wir -durchaus gut gemeint- ein Entwicklungsland entwickeln wollen:
Um die kümmerlichen Viehherden in Steppengebieten, wie etwa der Sahelzone zu vergrößern, muß man ja, was richtig! tiefere Brunnen bohren und vor allem drastisch vergrößern.
Und zur Planung des wirtschaftlichen Fortschritts gehört auch:
Man muss die Kühe, von denen die Eingeborenen mehr schlecht als recht leben, gegen die tödliche Tsetsefliege impfen und zugleich neue Absatzmärkte für die florierende Viehzucht schaffen. Kurz, man muss alles tun, um die Überlebenschancen der Menschen zu verbessern.
Dörner zeigt nun in dem Computer-Experiment wohin Entscheidungen führen können, die sich unhinterfragt an unserem Wissen, unseren Werten und unserer Kultur orientieren. Denn die Resultate einer solch verstandenen Entwicklungshilfe lassen sich nicht nur in Computer-Simulationen studieren:
Die überhöhte Entnahme von Wasser durch die neuen Brunnen führt in Gegenden wie der Sahelzone zur Absenkung des knappen Grundwassers.
Die Konsequenz: Man musste noch tiefere Brunnen bohren, was naheliegender Weise allerdings zu einer weiteren Absenkung des Grundwasserspiegels führt. Aus der Versteppung wurde nach und nach Wüste. Die sich vergrößernden und hungernden Herden fraßen den letzten Rest von Vegetation kahl.
Fazit: Nach einem in der Tat kurzfristig erfolgreichen, dann aber bald trügerischem Aufschwung war nach wenigen Jahren die Ökologie des Landstriches am Kollabieren. Hungersnöte breiteten sich aus und es erschallte wie zuvor der verzweifelte Ruf nach erneuter Entwicklungshilfe.
Dörner zeigt an solchen Planungs-, Problemlösungs- und Entscheidungsszenarien, wie die Komplexität sowie die Dynamik von Entwicklungen ihre eigene, oftmals verborgene “Logik” des Mißlingens haben.
Er zeigte aber auch auf: Man kann die Logik dieses Mißlingens durchschauen, ihr konstruktiv begegnen und in künftige Entscheidungen mit einbeziehen.
In meinem Beitrag möchte ich auf einen Aspekt der “Logik des Mißlingens” eingehen, der bei Dörner nur am Rande anklingt:
Entscheidungen beruhen nicht nur auf sogenannten Fakten, sondern ganz entscheidend auch auf der Art und Weise ihrer Verbalisierung.
Anders formuliert: Sachinformationen beeinflussen je nach Art ihrer sprachlich kommunikativen Inszenierung nicht unwesentlich unsere Aufmerksamkeit, die Verarbeitung der Informationen und damit letztlich auch unsere darauf aufbauenden Entscheidungen!
Zwar haben wir gelernt, offenkundige rhetorische Manipulationen zu durchschauen. Aber was, wenn uns Wörter und Wendungen in Sicherheit wiegen, weil uns deren Attraktivität und Verlässlichkeit bekannt ist?
Was, wenn sie ganz selbstverständlich daherkommen und sogar zu unserem ganz alltäglich vertrautem Leit- und Lenkungsvokabular gehören?
Solche uns lieb gewordenen Fahnenwörter sind zum Beispiel: Erfolg, Nutzen, Optimierung, Qualitätssicherung, aber auch Sparen, Kostensenkung, Leistungsfähigkeit oder Gewinnsteigerung und vieles mehr, was ich Ihnen noch zeigen werde.
An diesen -wie ich sie nennen möchte- “Teflon-Wörter” möchte ich zeigen: Bereits unsere Sprache beeinflusst Entscheidungen bis hin zu Formen “kollektiver Selbsttäuschungen”.
Der Grund: Viele unserer zentralen Leit- und Lenkungsbegriffe “verzaubern uns” in gewisser Weise, weil sie eine positive Aura verbreiten und daher eine kaum hinterfragte Selbstüberzeugungskraft ausstrahlen. Das hat zum Teil fatale Konsequenzen: Man kann in vielen Organisationen, Gesellschaften oder Diskursgemeinschaften zu bestimmten Zeiten zwar, aber immerhin, kaum gegen so etwas gegen solche Teflonwörter, wie etwa Sieg, Wachstum, Natur, Gott, sich mal etwas gönnen, oder bei Massenmedien: Quote.
Zu diesen Teflonwörtern, wenn man sie dann etwas genauer untersucht, gehört aber auch ein Großteil unserer Fahnenwörter aus den Bereichen Emotion, Sozialprestige, Kunst, Kultur, Religion oder auch Konsum.
In meinem Beitrag will ich Sie in einem ersten Teil daher an sprachlich und rhetorische Zauberkunststücke, wenn Sie so wollen, erinnern die Sie mehr oder weniger alle kennen.
In einem zweiten Teil möchte ich dann zeigen, dass wir unter anderem durch den Gebrauch von gleichsam sich selbst überzeugenden Teflonwörtern uns kollektiv selber täuschen können, nicht müssen.
Mehr noch: wie wir uns nicht nur bei Entscheidungen sehr schnell sogar selbst zum, wie es so schön heißt, Opfer unserer eigenen Propaganda machen können.
Zum Schluss möchte ich noch an einem aktuellen Beispiel zeigen, wie sprachlich bedingte Selbsttäuschungen salonfähig gemacht werden können. Im Mittelpunkt dazu steht die in der Publizistik gegenwärtig proklamierte These, “Wer sich betrügt hat mehr Erfolg.”
Es geht mir also als Linguist um die sogenannte -wie das so schön heißt- Macht und Magie der Sprache, der wir individuell wie kollektiv leider oftmals auch bei Planungs-, Entscheidungs-, Lenkungs- und Bewertungsaufgaben erliegen können.
[...]“

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Gute Unterhaltung beim Erklimmen denkbarer neuer Lernkurven.

herzlichst
Ihr Oeconomicus

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vertiefende Ergänzungen

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10.12.2011
Wie man sich selbst auf den Leim geht
2011 ist das Jahr der gescheiterten Diktatoren, Investoren und Plagiatoren. Der Evolutionsbiologe Robert Trivers liefert dazu die passende Theorie: Sie erklärt, warum Betrüger nicht nur andere, sondern auch sich selbst hinters Licht führen
[...]
Ulrich Schnabel – Die Zeit

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12.03.2012
Wie Selbstbetrug und Doppelmoral unser Urteilsvermögen trüben
Ob Kreditgeschäfte, Plagiatsvorwürfe oder Schwarzgeldaffäre – immer wieder geraten Politiker mit zweifelhaften Praktiken in die Schlagzeilen. Doch keiner von ihnen wähnt sich im moralischen Abseits. Glauben sie tatsächlich selbst an ihre Unschuld? Möglich wär’s: Die Mechanismen der Selbsttäuschung beeinträchtigen das Urteilsvermögen.
[...]
spektrum.de

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27.05.2013
Wer sich betrügt, hat mehr Erfolg
Der amerikanische Evolutionsbiologe Robert Trivers erklärt, weshalb Selbsttäuschung klug sein kann und warum schlauere Menschen besser lügen.
[...]
SpOn

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Arbeitsmarkt-Report: der Mythos vom Fachkräftemangel in Täuschland

Schlagzeilen und Talk-Show-Gesabber, das uns seit Jahren beständig aufgetischt werden:

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„Ingenieursmangel! Ärztemangel! Zu wenig IT-Spezialisten!”

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„Wenn wir nicht gegensteuern, geht es bergab mit Deutschland!”

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Der “Arbeitsmarkt-Report” zeigt die Hintergründe des von Politik und Lobby-Verbänden seit Jahren behaupteten Fachkräftemangels schonungslos auf und kommt zu dem Resultat, dass solch lautstarke Hilferufe die wirklich gravierenden Probleme verschleiern sollen:

Lohndumping und Arbeitslosigkeit!

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Ein Film von Ulrike Bremer mit bemerkenswerten Erkenntnissen:

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Interview vom 02.12.2013 mit DIW-Forscher Karl Brenke:

“Fachkräftemangel ist Indiz für Trägheit der Unternehmen”

Computerwoche

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Statement der Bundesregierung vom 28.10.2013:

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Ausbildung – Dringend gesucht: MINT-Fachkräfte
Die Bundesregierung und das Nationale MINT-Forum fördern Bildung und Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Berufs- und Studienabschlüsse in diesen Bereichen eröffnen gute Perspektiven.
Seit Jahren fehlen Ingenieure, Ärzte, Medizintechniker, Chemikanten, Mechatroniker, Schweißer und Lageristen. Bis 2020 werden rund 600.000 beruflich qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, um diejenigen zu ersetzen, die aus Altersgründen ausscheiden.
[...]
Bundesregierung

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Anmerkung
Leider fehlt bei den geschilderten ‘guten Perspektiven’ der Zusatz, dass solche Jobs am liebsten ‘für lau’ zu haben sind!

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Bereits 2011 wurde in einem PlusMinus-Beitrag die PR-Lüge der Wirtschaftsverbände vom sog. Fachkräftemangel dargelegt.

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Hat sich seither irgendetwas zum Positiven gewandelt??

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Ihr Oeconomicus


Malaysians Grieve for Those Lost on MH17

Im Gedenken an die zahlreichen unschuldigen Opfer nachfolgend ein Video-Beitrag des Wall Street Journal:

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Malaysians Grieve for Those Lost on MH17

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Images of grief once again appear across the world from Malaysia as families and friends mourn loved ones lost on Malaysia Airlines Flight 17. Less than five months after Flight 370 went down, the WSJ’s Ramy Inocencio speaks with Newley Purnell in Kuala Lumpur for the latest.

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Malaysia Airline: Flug MH17 in der Ost-Ukraine abgestürzt/abgeschossen (?)

Der Absturz einer Passagiermaschine der Malaysian Airlines über der Ostukraine hat eine Welle von Schuldzuweisungen zwischen Kiew, Moskau und den prorussischen Separatisten ausgelöst. Gesicherte Informationen gibt es vorläufig wenig.
[...]
NZZ

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Das russische Fernsehen berichtet:

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MH17 crash scene: Militia and witness reports
RT’s correspondent, Francisco Guaita at the crash scene in Donetsk region says the situation on the ground is “very complicated,” with aircraft parts spread around. Guaita says that after talking to firefighters, no bodies were found by them, but they said the death toll was close to 300 people.
Malaysia Airlines flight MH17 crashes in east Ukraine
Government and separatists deny involvement after plane said to be carrying 295 people comes down near Russian border.

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MH 17 crashes in Ukraine – Full first Clip
The Boeing 777 aircraft was hit by a sophisticated surface-to-air missile over territory near Donetsk held by pro-Russian rebels who the Ukrainian government says are backed by the Kremlin.
The Ukrainian authorities laid the blame for the attack on the rebels by denying any responsibility for the missile launch, with President Petro Poroshenko called the downing an act of terrorism as he called for an international investigation into the crash.
TV pictures from the scene showed a pall of smoke billowing into the sky near Donetsk, apparently from the stricken flight MH17.
Witnesses say body parts are scattered over a distance of 15km, suggesting the plane broke up in mid-air.
Whitehall sources told MailOnline that between five and ten Britons were feared dead. Interfax news agency reported that 23 U.S. citizens were on board, and it is thought that 71 Dutch citizens were on the plane.

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Anmerkung
Sehr seltsam bei diesem Clip ist die Abbildung von Reisepässen (ab Min. 0:31), was unwillkürlich an 9/11 erinnert!
Ihr Oeconomicus

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Abschuss von MH17: Nur Russland und Ukraine haben solche Raketen
Beim Abschuss des Flugzeugs von Malaysia Airlines in der Ukraine ist offenbar ein sowjetisches Luftabwehr-System zum Einsatz gekommen. Über das System der Buk-M1-Batterie verfügen in der Region nur die Ukraine und Russland. Ein AP-Reporter behauptet, dass eine Batterie in den Händen der Rebellen gewesen sein soll.
[...]
DWN

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Im nachfolgenden Video-Clip geht das Wall Street Journal auf den Abschuss mittels einer Buk-M1-Rakete ein:

“… Malaysia Airlines civilian flight 17 came down over Ukraine Thursday after being hit by a surface-to-air missile like the Buk-M2 anti-aircraft system, according to U.S. intelligence agencies. Intelligence sources did’nt say whether the missile was fired by Ukrainian forces or pro-russia seperatist rebels.
The Buk is the most sophisticated weapon, than the more accessable shoulder fire weapons (nick-name man-pads), currently being used in the region by rebel groups. Operational man-pads in Donetsk were the plane was struck have a range of 13,000 feet, thats much lower than the reported cruising altitude of the Malaysian Airliner, nearly 30,000 feet. Defense expert say, the russian made Buk Anti-Aircraft system on the other hand is capable of hiting a target at after 50,000 feet and at more than 2250 miles per hour, but effectively use one requires training, experience and outside assistance, all things the seperatist in Donetsk unlikely to have. Both, Ukraine and Russia have versions of the system. Some seperatist rebels recently said, they too had a surface to air-missile system, but later backed down from the claim.”

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Anmerkung
Mit dieser Einschätzung sollten sich mal die systemischen Schreiberlinge im VT-Unterholz beschäftigen, statt mit aufgeblasenen Backen zu behaupten:

“Indizien deuten darauf hin: Von Russland unterstützte Separatisten haben das Passagierflugzeug in der Ukraine abgeschossen.”

Übrigens:
Nach über 400 Leserkommentaren ist bei der ZEIT und im Zeitblog jetzt (11:15h) der Hinweis zu lesen:

“Aufgrund von Wartungsarbeiten stehen die Funktionen Anmelden, Registrieren, Leserartikel und Newsletter-Registrierung vorübergehend nicht zur Verfügung. In Kürze werden die Funktionen wieder verfügbar sein. Vielen Dank für Ihre Geduld.”

Zeit-Leserkommentare sind seit 12.38h wieder online

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In einem weiteren Vorverurteiler-Medium wird seit 09:07h immerhin mit Douglas Barrie (Internationales Institut für Strategische Studien IISS in London) ein hochangesehener Defense-Experte zitiert:

“… dass die Aufständischen das hoch entwickelte System inklusive Radar auch nach so kurzer Zeit auch bedienen könnten, sei jedoch fraglich. Das ist kein System, was man so ohne weiteres gleich benutzen kann…”

Und oh Wunder, selbst die Welt-Versteher weisen auf dieses Zitat in ihrem Live-Blog um 08:54h hin.

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Naturgemäß findet sich in den Medien kein Hinweis auf ein Interview mit einer jungen Frau aus der Bürgerrechtsbewegung Slawjansk, die am 19. Juni u.a. berichtete:

“Vor kurzem hat sich hier folgendes ereignet:
über Slawjansk flog ein ganz normales Passagier-Flugzeug.
Beim Anflug versteckte sich ein Kampfjet der ukrainischen Armee zunächst hinter dem Passagier-Flugzeug, dann flog das Kampf-Flugzeug schnell runter, warf Bomben über Slawjansk ab, hob wieder ab um sich hinter dem vorbei fliegenden Passagier-Jet wieder zu verstecken.
Es war eine Provokation, sie wollten, dass die Bürgerwehr das Passagier-Flugzeug abschießen würde, um danach die Bürgerwehr zu Terroristen erklären zu können, die Passagier-Flugzeuge angreift.”

Ihr Oeconomicus

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Obama comments on MH17 crash in Ukraine

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Anmerkung

Hinsichtlich dieser furchtbaren Tragödie schießen bereits diverse Spekulationen ins Kraut.
So zitiert zerohedge eine Meldung von Interfax:

“Putin’s plane may have been target of Ukrainian rocket: Interfax
Russian President Vladimir Putin’s plane crossed route of crashed Malaysian plane near Warsaw, Interfax reports, citing unidentified person in Russian aviation service.”

RT berichtet dazu:

“I can say that Putin’s plane and the Malaysian Boeing intersected at the same point and the same echelon. That was close to Warsaw on 330-m echelon at the height of 10,100 meters. The presidential jet was there at 16:21 Moscow time and the Malaysian aircraft – 15:44 Moscow time,” a source told the news agency on condition of anonymity.
The contours of the aircrafts are similar, linear dimensions are also very similar, as for the coloring, at a quite remote distance they are almost identical.”

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Ihr Oeconomicus


Heimliches Kriegstraining – US-Drohnen in Bayern

File:Hunter RQ-5.jpg
Northrop Grumman RQ-5 Hunter
public domain – Author: MarsRover – Permission: PD-USGOV

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Jahrelang verheimlichten die US-Streitkräfte den Anwohnern rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz, dass dort unbemannte Aufklärungsdrohnen vom Typ “Hunter” stationiert sind und Soldaten zu Piloten dieser Flugroboter für weltweite Militäreinsätze ausgebildet werden.
Die in Deutschland getesteten Hunter-Drohnen werden in Kriegsgebieten auch als bewaffnete Kampfdrohnen eingesetzt. Jetzt sollen sie in Bayern auch außerhalb des Übungsplatzes fliegen – über bewohntem Gebiet.
Die Oberpfälzer befürchten Ausspähung durch die Hunter-Aufklärungsoptik und sind besorgt, dass die Amerikaner dort künftig mit noch größeren Drohnen vom Typ „Sky Warrior“ trainieren.

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Frontal21 über das unerwünschte Drohnen-Kriegstraining der US-Armee in Bayern.

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Der Einsatz von Drohnen wirft ethische und völkerrechtliche Fragen auf. Dazu muss sich die Bundesregierung verhalten – bevor sie selbst Drohnen anschafft und einsetzt.

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Alexander Schwarz (Jurist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Völker- und Europarecht der Universität Leipzig sowie Mitautor des kürzlich erschienenen Buches Drohnen und das Recht, Mohr Siebeck, Tübingen 2014) erhebt in seinem Beitrag in DIE ZEIT die Frage: “Wie halten wir es mit den Drohnen ?”

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Auszug aus den Kommentaren

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Manche Türen sollten besser geschlossen bleiben

Der Artikel behandelt die Sache gründlich und pointiert. Ich freue mich, dass ZEIT Online diesen Artikel hier publiziert hat.

Ich möchte noch etwas weitergehen:

Die Grundlage für die Drohneneinsätze ist ein wackeliges Gerüst, und das ist noch freundlich ausgedrückt. Man kann keinen Krieg gegen den “Terrorismus” führen, denn Terrorismus ist kein Akteur, sondern eine Handlungsweise. Der sog. “Krieg gegen den Terror” ist auf vielfache Weise perfide, denn er definiert nicht, was Terror genau ist, gegen wen Krieg geführt wird, wird willkürlich ausgelegt und außerdem entzieht sich der Kriegsführende (in diesem Fall die USA) dem Kriegsrecht insgesamt, in dem das völkerrechtlich nicht existente Konstrukt des “enemy combatant” geschaffen wurde. Dieses unterwirft die Ziele unilateral dem Kriegsrecht und macht sie so quasi-vogelfrei, während man sich selbst demselben Status entzieht.

Bei den Drohnenmorden, die nach eigener Lesart eigentlich als “Terroristische Angriffe” definiert werden müssten, wird das Völkerrecht gebrochen. Denn der Kriegsführende muss keinem klar definierten Gegner mehr den Krieg erklären und kann sich so über Landesgrenzen hinwegsetzen und bombardieren, wo er will. Drohnennutzung zur Hinrichtung beliebiger Ziele ist nicht nur ethisch fragwürdig, denn es ignoriert alle rechtsstaatlichen Prinzipien, es ist auch praktisch gefährlich, denn es schafft einen Präzedenzfall für andere Staaten. Was hätte man nun z.B. der chinesischen Regierung noch entgegensetzen, wenn nach eigenem Gutdünken der Krieg gegen Terroristen ausgerufen wird und Menschen einfach hingerichtet werden, weil die Exekutive willkürlich auslegt, wer Terrorist ist und wer nicht? Und was würden wir machen, wenn irgendeine Regierung anfängt in Deutschland Menschen mit Drohnen umzubringen? Würden wir die bisherige Sichtweise einhalten, könnten wir keinen Ton dagegen sagen.

Wir sollten uns also zwei Dinge genau überlegen:

1. In was lassen wir uns da verwickeln? Müssen wir wirklich den USA durch Datenweitergabe helfen? Müssen wir so tun, als sei das alles in Ordnung?

2. Wollen wir wirklich einen Präzedenzfall schaffen, der eine Praxis etabliert, die jedem Staat mit den technologischen Fähigkeiten Tür und Tor für willkürliche Hinrichtungen öffnet? Wollen wir also wirklich in 20 Jahren hier stehen und uns eingestehen müssen, dass wir diese Praxis etabliert und damit Diktatoren uneingeschränkte Möglichkeiten zum Mord eröffnet haben?

Ich meine: nein.

Drohnenmorde und der willkürliche “Krieg gegen den Terror” sind gefährlich, für uns und für viele Menschen weltweit.

Manche Türen sollte man besser geschlossen lassen. Man weiß nie, was für Monster dahinter lauern.

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Archiv-Beitrag:
Täuschland, die Schaltzentrale im weltweiten Drohnenkrieg


FED Monetary Policy Report

Janet Yellen just poured cold water on the social media sector.
Ahead of her appearance before the Senate Banking Committee on Tuesday, Yellen released the Fed’s semi-annual Monetary Policy Report.
Twenty pages into the report, Yellen spares a few words to address the issue of tech valuations.
She writes,

“Valuation metrics in some sectors do appear substantially stretched.
Particularly those for smaller firms in the social media and biotechnology industries, despite a notable downturn in equity prices for such firms early in the year.”

Several tech stocks, and particularly social media tech stocks, went negative in early trading Tuesday following Yellen’s remarks.
[...]
cnbc

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Fed semi-annual Monetary Policy Report

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Contents

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Summary

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Part 1: Recent Economic and Financial Developments
Domestic Developments
Financial Developments
International Developments

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Part 2: Monetary Policy
Part 3: Summary of Economic Projections
The Outlook for Economic Activity
The Outlook for Inflation
Appropriate Monetary Policy
Uncertainty and Risks
Abbreviations
List of Boxes
The Slow Recovery of Housing Activity
Developments Related to Financial Stability
Prospects for Monetary Policy Normalization in the Advanced Economies
Planning for Monetary Policy Implementation during Normalization
Forecast Uncertainty


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